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Cigarren kaufen in Cuba, worauf müsst ihr achten?

Bananenblätter? Minderwertiger Tabak? Stoffreste? Fälschungen? Wir haben den Fachmann gefragt!

Cuba und Zigarren, das gehört einfach zusammen. Aber worauf solltet ihr achten, wenn ihr in Cuba Zigarren kauft? Dazu hier eine kleine Hilfestellung von Christoph Puszkar von 5th Avenue, dem offiziellen Alleinimporteur der berühmten Habanos.

Das Gewinnspiel ist beendet, die Gewinner sind per Post per Email/Facebook benachrichtigt!

 


Einige Tipps, worauf ihr beim Zigarrenkaufen in Cuba achten müsst

“Die cubanischen Cigarren sind einzigartig und erfreuen sich überall in der Welt größter Beliebtheit. Außer vielleicht bei Nichtrauchern, aber das soll hier nicht unser Thema sein.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Cigarren in Cuba zu kaufen. Einerseits die Habanos (spanischer Begriff für die Havanna-Cigarren und gleichzeitig eine gesetzlich geschützte Herkunftsbezeichnung) und andererseits die Cigarren für den cubanischen Inlandsmarkt, die nicht exportiert werden. Letztere gibt es in den staatlichen Lebenmittelgeschäften, den sogenannten „Bodegas“, wo die Cubaner mit ihrer „Libreta“ (Bezugscheine für bestimmte Lebensmittel) einkaufen. Diese Cigarren kosten einen Peso Cubano pro Stück. Das entspricht etwa 4 Euro-Cent. Sie sind von Hand gerollte Shortfiller und als Bündel in Papier verpackt. Die dafür verwendeten Tabake stammen überwiegend aus dem Osten Cubas und sind von geringerer Qualität. Auch die Rollqualität lässt oft zu Wünschen übrig. Sie sollen uns hier nicht weiter beschäftigen.

Denn eigentlich meint man die weltberühmten Habanos, wenn man über cubanische Cigarren spricht. Die wichtigsten Marken sind Cohiba, Montecristo, Romeo y Julieta, Partagás, H.Upmann und Hoyo de Monterrey. Es gibt allerdings noch 21 weitere Marken, die ebenfalls in vielen Ländern der Welt verkauft werden. Nahezu alle Habanos sind vollständig von Hand gerollte Longfiller. „Longfiller“ bedeutet, dass ganze Tabakblätter für die Einlage verwendet werden. Lediglich die Cigarren der Marken José L. Piedra und Quintero werden ausschließlich als Shortfiller gefertigt, allerdings ebenfalls von Hand. Ihre Tabake stammen aus dem Osten der Insel. Sie sind entsprechend günstig.

Beim Thema Preis kommen wir auf den wesentlichen Punkt, warum cubanische Cigarren in Cuba gekauft werden. Sie sind dort nämlich rund 30 – 40 % günstiger als in Deutschland. Trotzdem werden dem Cubatouristen auf der Straße oder auch mal im Restaurant, vom Zimmermädchen, dem Taxifahrer etc. Cigarren angeboten, die noch wesentlich günstiger sind. Hier bekommt man dann auch mal eine Kiste mit 25 Stück der berühmten Cohibas (in Deutschland ab 300 Euro zu haben) für schlanke 50 CUC angeboten. In diesem wohlfeilen Preis enthalten ist meistens eine tolle Geschichte, warum diese Cigarren so unfassbar billig sind. Üblicherweise kennt derjenige, der diese Cigarren anbietet, jemanden, der in einer cubanischen Cigarrenmanufaktur arbeitet und ihm die ganz günstig überlässt. Egal, wie toll die Geschichte ist, sie ist auf jeden Fall vollkommener Blödsinn! Es ist zwar richtig, dass die Torcedores (so nennt man die Cigarrenroller) für ihren persönlichen Bedarf drei Cigarren am Tag rollen und mitnehmen dürfen.

Diese Cigarren tragen aber keinen Ring und sie können auch nicht in einer Kiste mitgenommen werden. Also vergesst das. Was Euch da angeboten wird, sind ausnahmslos und in allen Fällen Fälschungen und sonst nichts! Und zwar von sehr unterschiedlicher Qualität. Wenn es dumm läuft, ist darin außer Tabak auch Papier, Stoffreste, Bananenblätter oder unfertmentierter Tabak enthalten. Man kann die Dealer natürlich bitten, mal eine Cigarre aufzuschneiden. Dann sieht man zumindest, ob ausschließlich Tabak verarbeitet wurde. Aber welche Qualität die verwendeten Tabake haben, kann man nicht sehen. Und die verwendete Mischung wird ganz sicher nicht der üblichen Mischung der jeweiligen Marke entsprechen und deshalb auch nicht den gewünschten Geschmack aufweisen. Deshalb mein Rat: Finger weg von solchen Angeboten!

Wo kauft man nun aber am besten die Habanos?

Es gibt sie in Cuba zwar nicht an jeder Ecke, aber doch in recht vielen Geschäften zu kaufen. Und man muss es leider sagen: Auch der Kauf in einem der staatlichen Geschäfte in Cuba ist keine Garantie, dass man Originalware erhält! Es kommt immer wieder vor, dass die Angestellten versuchen, ihren (nicht gerade üppigen) Lohn durch den Verkauf von Fälschungen aufzubessern. Und wo wäre das leichter als in einem offiziellen Geschäft? Auf gar keinen Fall sollte man übrigens einzelne Cigarren kaufen. Hier ist die Gefahr von Fälschungen noch größer als beim Kauf geschlossener Kisten.

Als (relativ) verlässliche Quelle für Originalware sind die Geschäfte des Franchise-Netzwerks „La Casa del Habano“ zu empfehlen. Diese sind in den großen Hotels und in der Altstadt von Havanna zu finden. Auch in Varadero und in größeren Städten Cubas gibt es sie.

Das Herkunftssiegel: echte Habanos!

Wo immer man auch kauft, sollte man darauf achten, dass die Kisten über das grüne Garantiesiegel der Republik Cuba an der linken untere Ecke und das Herkunftssiegel in der rechten oberen Ecke verfügen. Abbildungen dazu findet man hier.

Das Garantiesiegel der Habanos

Bei Fälschungen werden diese beiden Siegel (meistens relativ schlecht nachgedruckt) einfach nur beigelegt. Das kann man auch auf eBay gelegentlich bewundern, wenn dann solche „Urlaubs-Schnäppchen“ weiterverkauft werden.

Loses Garantie-Siegel, einer Fälschung beigelegt (Dank an Franzi)

Wer jedes Risiko des Kaufs von Fälschungen ausschließen möchte, hat aber noch eine andere Möglichkeit, sehr gute und besondere cubanische Cigarren einzukaufen. In den La Casas del Habano gibt es üblicherweise fest angestellte Torcedores, die dort die Fertigung von Cigarren demonstrieren. Diese verkaufen auch selbstgerollte Cigarren. Natürlich ohne Ring und Kiste, aber meistens aus guten bis sehr guten Tabaken und man kann sich dort auch Cigarrenformate (schlanke oder dicke, kleine oder größere) nach Wunsch rollen lassen. Auch persönliche Vorlieben (milder oder kräftiger) werden gern berücksichtigt. Solche Cigarren sind natürlich keine Habanos, aber sie sind meistens sehr gut und stellen auch ein schönes Geschenk für einen Cigarrenliebhaber in der Heimat dar. Ein kundiger Cigarrenraucher wird sich darüber auf jeden Fall deutlich mehr freuen, als über eine Kiste mit Fälschungen.”


Vielen lieben Dank für den erhellenden Artikel, Herr Puszkar! Als Amateurpaffer, der regelmäßig in Cuba Zigarren kauft, konnte ich auch noch einiges mitnehmen und ich denke, unsere Leser auch.

Nochmals herzlichen Dank für die Unterstützung an 5th Avenue!

Saludos aus Berlin,
Dietmar

Aus den Kommentaren

Erweiterung des Artikels von Wolfgang Einecke

Da mir Wolfgang so viele Hinweise geliefert hat, dachte ich: das könnte euch auch interessieren, nicht nur als ein Kommtentar unter vielen, denn er ist auch ein passionierter Raucher, Cuba-Afficionado und Habanos-Spezialist:

Toller Beitrag, weil Cristoph Puszkar ein ausgewiesener Experte und Habanos-Spezialist ist. Ganz besonders gut gelungen sind die Hinweise zum Kauf von Zigarren in Kuba. Meist treibt uns die Gier oder die Jagd nach Schnäppchen zum Kauf der Zigarre auf der Straße. Eine originale Habanos gibt es nicht zum Billigpreis. Wer den Weg vom Samen zur Kiste jemals nachvollziehen konnte, der weiß, dass wir von Handarbeit im wahrsten Sinne sprechen.
Freunden zeige ich gerne alle Einzellteile des Verpackungsvorgangs mit all seinen Tricks.

Besonders am Herzen liegt mir dabei der Hinweis: Verschenkt sie nie an Kenner, denn die nehmen es übel verschaukelt zu werden.
Ebenso gibt es die “Beste” nicht, denn hier entscheidet der eigene Geschmack, das eigene Probieren, das eigene Suchen. Also Zeit nehmen.
Ich selber bevorzuge unter den Marken und Stärken die Geschmacks – stärke Mittel bis Stark und Mittel. Dabei beschränke ich mich mittlerweile auf die Marken Cohiba, Romeo y Julieta, Monte Christo und Partagas.
Danach prüfe ich die Herstellungsart und schaue auf die Formate, das Ringmaß und den Reifegrad.

Genauso wichtig bei der Auswahl der Habanos sind der Aufbewahrungsort:

  • Humidor oder Plastiktüte im Kühlschrank
  • Zigarrenkiste oder Schubfach
  • Lounge oder Kneipe

Alles schon erlebt und erschrocken festgestellt. Frevelhaft.

Auch das Zeitnehmen und die richtige Atmosphäre schaffen dankt Dir die Zigarre. Sehr gern zelebrieren die Aficionados auch ihre Feuerzeuge, Lederetuis, Streichhölzer und Cutter als Ausdruck Ihrer Persönlichkeit. Ebenso schmunzle ich immer über das Gehabe beim Anschneiden, Anzünden und Rauchen. Das alles hat der kubanische Pflanzer, Züchter und Raucher meist nicht zur Verfügung. Auch Ché, Fidel und die anderen Barbudosse hatten kein Equipment der besonderen Art.
Meist wurden die “Havannas” am Mundstück mit den Zähnen abgebissen und mit Ästen oder Papier am Lagerfeuer angezündet.

Da das Rauchen immer mehr aus der Öffentlichkeit verbannt wird, ziehen sich die Zigarrenraucher zunehmend in Clubs oder ins Private zurück und genießen dabei noch zusätzlich Speis und Trank.
Auch hier entscheidet jeder nach seiner Wertschätzung und dem eigenen Selbstverständnis

  • Rum oder Whisky,
  • Rotwein oder Portwein
  • Kaffee oder Tee
  • Buttermilch und Schokolade,
  • Rauchen oder Degustieren.

Alles meine Entscheidung! Selbst Buttermilch schmeckt
zur Zigarre 🙂

Meine Tipps zu Speis und Trank:

  • Knusprig gebratene Entenleber, Datteln und Feigen – Cohiba –Whisky
  • Täubchen mit Kohl – Partagas – Torres Wein
  • Rehrücken mit geräucherter Rote Beete – Romeo y Julieta – Portwein
  • Pikantes Tartar vom Rind – Monte Christo – Buttermilch und Schokolade

Bitte im Lebensmittelfachhandel kaufen und auf artengerechte Tierhaltung achten!

Wo Zigarren kaufen

Meine Zigarren kaufe ich immer beim Spezialisten. Hier empfehle ich:
Maximilian Herzog in Berlin, Kinne und Schenke in Leipzig und Michael Bader in Dresden. Hier spielt für mich in Radebeul die örtliche Nähe natürlich eine wichtige Rolle und betone deshalb ausdrücklich:
Kauft beim Fachhändler in eurer Nähe! Meist leicht zu finden und am HABANOS Zeichen erkennbar.

Viel, viel mehr könnt Ihr bei unseren selbst entwickelten Tabaco Touren in Havanna. Von “Lounge zu Lounge”, von” Fabrik zu Fabrik” in Pinar del Río von “Tabakpflanzer zu Tabakpflanzer” erfahren.
Diese Touren führen wir ganzjährig durch und sind immer beim “Festival de Habanos” vor Ort.

Anmerkungen von Thomas

Auch Thomas hat einige gute Anmerkungen, die euch beim Zigarrenkauf weiterhelfen:

“Ich hätte mir allerdings noch weitere Details gewünscht, wie z.B. dass Cohiba nie Zigarrenkisten mit Glasdeckel verkauft, man aber ständig Cohibas mit Glasdeckel abgeboten bekommt.

Oder dass bei Fälschungen die eingebrannte Boxnummer wesentlich anders aussieht, als bei Originalen.

Die wichtigste Info ist aber, dass man in offiziellen Geschäften kaufen sollte, wie in der Partagas-Fabrik oder in den Casas del Habano.”

Marcels witzige Kauf-Erfahrungen

Marcel hat kurz seine ersten Kauf-Erfahrungen geschildert, auch sehr lehrreich 😉

Oh man, wenn ich an meine ersten beiden Zigarrenkiste in Cuba denke 😉
Die erste war ein Schnäppchen im Hotel, echte Esplendidos, fast geschenkt.
So haben sie auch geschmeckt, ebenso wie die Robustos die wir bei einer Kubaner in Havanna in seiner Küche gekauft haben. Oh man.
Die Siegel hatte er übrigens haufenweise in einen alten Honigglas, mit Honig wurden diese dann auch auf den von uns gekauften Zigarrenkasten geklebt. 😀
Uns war schon klar, das wir auch diesmal wieder übers Ohr gehauen werden, haben uns aber irgendwie nicht getraut abzulehnen, immerhin waren wir in einem fremden Haus, ein junges Pärchen und das zwei starke Kubaner. 😀
Naja danach waren wir schlauer und haben nur noch in offiziellen Shops gekauft.
Schön war es trotzdem.

Manfreds interessante Kaufempfehlungen

Man beachte: Manfred hat eine gute Quelle, der er vertraut, das ist niemand x-beliebiges von der Straße:

OK, ich gestehe: ich rauche seit Jahren die “Gefälschten”, meist im Cohiba Robusto-Format. (wobei mir ziemlich egal ist, welchen Markenring die Freunde drüberstreifen). Da ich die Quelle seit vielen Jahren gut kenne, habe ich bislang immer tadellosen Tabak bekommen, wobei es an der “longfiller”-Qualität aufgrund verwendeter Tabakreste gelegentlich ein bisserl hapert – dann gehen sie eben aus und werden wieder angezündet. Und wenn am Ende des Cubamonats noch ein paar CUC übrig sind(eher selten), leist ich mir als gelernter Kapitalist noch die Monte Christo Serie Open- Master. Ob die den 4-fachen Preis (in Cuba) wert sind, soll jeder selbst für sich entscheiden.
Übrigens: die schlechtesten Zigarren ever hab ich ganz original am Flughafen Frankfurt gekauft, da wollt ich für den ersten Havanna-Abend gerüstet sein: Romeo y Julietta 2, steinhart und trocken – Wegwerfware!

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