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Cubas Internet wird mobil – bis zu 4G

Neues Netz, neue Möglichkeiten – bald überall mobiles Internet in Cuba

Während wir in Deutschland gerade schauen, wie es mit den 5G-Lizenzen weitergeht – und ich täglich Internetprobleme mit meinem teuren Telekom-Anschluss habe – rennt Cuba in Riesenschritten ins Internetzeitalter.

Wie wir alle wissen, ist das Internet in Cuba das schlechteste der westlichen Welt. Wobei: so viel, wie sich dort tut, ist es das womöglich gar nicht mehr und bald schon wird Deutschland das Schlusslicht tragen 😉

Foto: Frau benutzt mobiles Internet in Bar

Hier ein paar Antworten zur aktuellen Entwicklung und auch zur wichtigen Frage, ob wir Touristen noch ohne permanentes Instagram mobiles Internet auskommen müssen und ab wann wir nicht mehr wie die Hühner auf der Stange vor den Hotels hocken werden, mit unserem Smartphone in der Hand!

Hier habt ihr übrigens noch eine Anleitung zum kubanischen Internet!

Mobiles Internet seit Nikolaus 2018

Seit dem 6. Dezember 2018 gibt es in Cuba großflächig mobiles Internet für jeden in Cuba. Natürlich nicht für jeden aber für jeden, der es sich leisten kann. Zuerst wurde das Internet in den Ballungsräumen ausgerollt, Ziel ist es aber, die gesamte Insel zu versorgen.

Die Dichte der Sendemasten variiert und konzentriert sich aktuell auf die Ballungszentren bzw. Touristengebiete.

Die Preise für das Internet

Infografik: die Preise für das mobile Internet in CubaDie Preise sind moderat und entsprechen ungefähr denen, die wir hier für Prepaid-Internet zahlen, 1 Gigabyte kostet demnach 10 CUC. Im Vergleich zum (offiziellen) Durchschnittslohn von ca. 20 CUC ist das natürlich viel, was die Leute inoffiziell verdienen steht dabei natürlich auf einem anderen Blatt.

Und inzwischen dürfte es deshalb auch schon über 2 Millionen Cubaneros geben, die mobiles Internet haben.

Havanna und Varadero 4G-Testgebiete

Foto: jemand, der mit dem Smartphone ein Foto vom Meer machtCuba überspringt dabei die alten Technologien und fängt gleich mit modernen Sendemasten und Übertragungstechnologien an. Die existierenden Sendemasten sind vom 3G-Standard, jetzt werden bereits die 4G-Netze ausgerollt, 4G entspricht etwa LTE (wer es genau wissen will, was die Unterschiede zwischen 4G und LTE sind, findet hier Hilfe)

Alle anderen Regionen bleiben erstmal 3G, also das, was ich fast überall in Berlin auch habe 😀

Warum Havanna und Varadero

52 Prozent des Datenverkehrs werden von lediglich 7 Prozent der Nutzer verursacht und das vor allem in den Ballungszentren. Die neue Infrastruktur mit 4G soll vor allem dort Abhilfe schaffen, da es durch die starke Nutzung zu Leistungseinbußen kommt.

Könnt ihr als Touristen mobil ins Internet? Grundsätzlich ja…

Nach einem Einwurf von Christian bin ich noch am Recherchieren, aber es scheint, dass die Preise für mobiles Internet in Cuba mit deutschen Providern inzwischen deutlich gesunken sind.

>> So, gerade ein Update von Telekom Hilft bekommen:

Twitterantwort von Telekom-Hilft

Will heißen: das mobile Internet ist sogar für Touristen, die es mal nutzen wollen, einigermaßen erschwinglich – solange ihr euch einen DayPass (Telekom) oder ähnliche Angebote holt. Spontan nutzen ist immer noch teurer, also dran denken: zuerst das Internetpaket kaufen!

Wie heißt es so schön? Grundsätzlich könnt ihr das mobile Internet benutzen! Das Problem ist allerdings, dass es unheimlich teuer ist. Die Telekom beispielsweise nimmt 0,49 Euro pro Tag und 0,79 Euro pro 50 KByte. Nur mal als Orientierung: nehmen wir mal den Fall, wir wollen dieses schöne Bildes nach Instagram übertragen. Das Bild ist 280 KB groß.

Foto eines Sessels, den wir per mobilem Internet an Instagram übertragen wollen

280 KB-Bild nach Instagram übertragen. Hier ist übrigens unser Insta-Channel: Cubanews.de

Die Übertragung von 280 KB (also ohne die Instagram-App überhaupt zu laden!) würde euch 5 Euro 23 Cent kosten. Plus kosten für den Overhead, die noch gar nicht eingerechnet sind.

Vodafone, im Vergleich, schlägt mit 1,18 Euro pro 50 KB zu Buche, so dass ihr für die reine Foto-Übertragung, bei schlappen 7,08 Euro seid – da macht Instagram Spaß 😀

Unsere Antwort lautet also: können wir als Touristen in Cuba ins mobile Internet? Grundsätzlich ja, aber das kostet ein Schweinegeld!!!

Deshalb gilt für uns Touristen weiterhin: Hotspots suchen und von dort ins WLAN gehen, eine Anleitung findet ihr hier!

Eigene SIM-Karte für Touristen

Marcel und Lutz haben kommentiert, dass es eigene Telefonnummern inzwischen auch zu fairen Bedingungen für Touristen gibt. Wenn ihr also viel Internet machen wollt oder müsst, seid ihr bei 40 CUC dabei und bekommt eine eigene kubanische Telefonnummer. 10 CUC sind dabei Guthaben. Die restliche Aufladung kostet euch genausoviel wie es die Kubaner kostet (s.o.).

Kaufen könnt ihr die Karte im Etecsa-Shop (evtl. braucht ihr Hilfe von Spanischsprachigen). Aufladen könnt ihr über das Internet, z.B. bei Fonoma.

Was ihr mitbringen müsst: euren Reisepass.

Die SIM-Karten sind in der klassischen Größe, werden euch entweder bei Etecsa oder in jedem Handyshop zurechtgeschnitten.

Die Qualität des mobilen Internets

Wie zu erwarten, ist aller Anfang schwer: alles muss erstmal austariert werden, viele Leute versuchen gleichzeitig, aufs Internet zuzugreifen etc. Aber grundsätzlich kann man sagen: die Qualität ist passabel. Meine Frau beispielsweise telefoniert immer über IMO oder WhatsApp mit meinem Vater, das klappt nun auch aus seiner Wohnung in Havanna-Vedado heraus sehr gut.

Etwas weiter vom Zentrum, ja von Havanna entfernt, soll die Qualität allerdings nicht so toll sein, aber auch nicht in Centro Habana beispielsweise.

Berichtet mir doch eure Erfahrungen, ich update den Artikel dann!

Videos mit Googles Hilfe

Google hat ja schon länger mit Cuba zusammengearbeitet (fragt mich nicht, wie die das mit dem Embargo hinkriegen, aber die wissen ja ganz genau, wie man Steuern vermeidet. Da wissen sie sicher auch, wie man Embargos vermeidet…) und nun wird diese Zusammenarbeit ausgebaut. Grundsätzlich geht es um schnelleres Internet für die Kubaner, bei dem Google an mehreren Stellen hilfreich sein, kann, z.B. durch die schnellere Bereitstellung von Videos.

Neue Apps folgen auf dem Fuße

Screenshot: Sube, einer der ersten mobilen Apps für Cubas Transportsystem

Quelle: Cubaheute.de

Neue Möglichkeiten schaffen auch Chancen für neue Ideen. So berichtete Cubaheute neulich über die neuen Apps, die das mobile Internet nutzen. Alle diese Apps haben sich auf die Fahnen geschrieben, besonders schonend mit dem Internettraffic umzugehen, um die Nutzer nicht mit zusätzlichen Kosten zu belasten:

  • Habana Trans – der Busplan online: Überblick über die Buslinien und die Routen der Sammeltaxis: durch die vielen Änderungen und auch fehlenden Aushänge weiß kaum einer – selbst die Kubaner nicht – wo es inzwischen lang geht. Die App Habana Trans will dort Abhilfe schaffen.
  • Bajanda – Uber auf kubanisch: Mitfahrgelegenheiten per App finden, das verspricht Bajanda, eine Art Uber auf kubanisch. Das Angebot an Fahrern soll schon so gut sein, dass man in Havanna schnell von Ort zu Ort kommt.
  • Sube – Uber mit Fahrpreisauktion: im Gegensatz zu Bajanda bietet der Fahrgast einen Preis und, wenn es passt, findet er auch einen Fahrer. Gegen Missbrauch erfolgt die Überprüfung, ob es der richtige Fahrer ist, über das Scannen eines QR-Codes.

Dann habe ich noch eine andere App gefunden, CubaMessenger, die eine Alternative zum WhatsApp Chat oder dem Facebook Messenger ist. Über DondeHay hatte ich ja auch schon berichtet, der App zum Auffinden von Produkten in Läden.

Huawei als Partner für den Netzausbau

Viel diskutiert hier in Deutschland: Herr Trump hat ja persönlich dagegen Einspruch erhoben, dass Huawei am Ausbau der Mobilfunkinfrastruktur beteiligt wird. In Cuba ist das die Realität, man hat ja auch gute Beziehungen zu China, so ist Huawei verantwortlich für die Sendemasten in Cuba.

Fazit: mobiles Internet ja, aber nicht für Touristen

Noch ist es nicht so weit, dass wir direkt aus Habana Vieja unsere Instagram-Fotos hochladen oder unseren Facebook-Status updaten. Das ist aktuell nur den Kubanern vorbehalten (und allen mit kubanischem Handy). Nun ja, nicht ganz, denn theoretisch können wir das auch, allerdings sind die Preise so horrende, dass ich mir das jedenfalls nicht leisten kann.

Jedoch: so schnell, wie der Internetaufbau weitergeht, denke ich, dass wir in 1-2 Jahren auch so weit sind, ordentlich und preiswert Wikipedia von der Straße aus checken können.

Saludos von einer anderen Insel mit K,
Dietmar

PS: Wie es um das kubanische Internet für Touristen steht, erfahrt ihr hier!

 

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