Marisol Hernandes: Sueño de Invierno

Marisol Hernandes: Sueño de Invierno, 2007, Öl auf Leinwand, 70 x 100 cm

So, nun geht es weiter mit dem zweiten Teil zum Thema: wie sieht der typische Kubareisende aus? Heute: Die End-Vierziger-Pärchen aus der DDR, die kubanischen Heimaturlauber, die alleinreisende Schönheit & die Bändchen-Touristen.
Und für die, die sich von dem Beitrag angegriffen fühlen, sei hier noch schnell der Warnhinweis eingeschoben: Achtung, Satire!!!

End-Vierziger-Pärchen aus der DDR

Diese Klischee-Reisenden mag ich wirklich gern, sie sind recht lieb und nicht so anspruchsvoll wie die jüngeren Pärchen. Und sie sind meist höflich und unscheinbar, tragen ein Hawaii-Hemd, ein paar Tattoos und laufen mit offenem Blick durch die Gegend.
Denn sie haben sich einen Traum erfüllt: endlich können sie nach Kuba reisen. Zu DDR-Zeit war dieser Traum für sie unerreichbar und nach der Wende gehörten sie nicht zu den Besserverdienern. Insofern waren es meist Urlaube an den Goldstrand oder nach Mallorca, die sie sich leisten konnten. Nun aber haben sie auf den großen Urlaub gespart und endlich, endlich geht es ab nach Kuba!
Mag sein, dass ich da ein Film bei mir im Kopf abläuft, aber mir gefällt einfach diese Vorstellung, dann habe ich das Gefühl, das Leben kann auch mal nett sein 🙂

Kubaner auf Heimatbesuch

Eine weitere Gruppe, die im Flieger sitzt, sind Kubaner auf Heimatbesuch. Das ist an sich nichts besonderes, man sollte ja auch erwarten, dass die Deutsch-Kubaner auch mal ihr Heimatland besuchen. Auffällig ist allerdings schon, dass da in ganz vielen Fällen der deutsche Partner fehlt – der (oder die) Ehepartner(in) bleibt einfach zu Hause. Das kann natürlich immer jobbedingt sein – zynischer, wie ich bin, würde ich allerdings sagen: er hat geheiratet, sie ist in Deutschland. Was soll er also noch in Kuba? Zumal er auch kein Spanisch spricht…

Die alleinreisende Schönheit

Dabei haben wir es mit einer ganz besonderen Spezies zu tun: eine wunderschöne Frau, die allein nach Kuba fliegt. Diese gibt es nicht wie Sand am Meer, so wie die anderen Typen, sondern pro Touristenbomberladung entdecke in dieser Kategorie höchstens eine oder zwei dieser Damen.
Meist handelt es bei diesen Schönheiten um Frauen, die Ende zwanzig oder Anfang Dreißig sind und die frustriert sind von den deutschen Männern. Da sie gut aussehen und intelligent sind, haben sie sich zu Hause gut umgeschaut, und haben nur “neue Männer” gefunden (s. Ina Deters Song). Nein, sie wollen keinen Deutschen mehr haben, sondern einen richtigen Mann, der weiß wo es langgeht. Und dem auch anzusehen ist, dass er regelmäßig Sport macht 😉

Die Bändchen-Touristen

Madlen hat noch eine weitere Gruppe ausgemacht, die es in Kuba natürlich auch zu Hauf gibt, die All-Inclusive-Bändchen-Touristen, erkennbar an ihrem bunten Tyvek-Bändchen.  Dieses Bändchen definiert den Urlauber, ist es doch das A-A-A-Band (Access to All Areas). Und mit dem hebt er sich von uns Normalos ab, die wir immer noch mit Geld hantieren müssen. Er hingegen zeigt das Handgelenk und bekommt dafür den Mojito in die Hand. Oder den Grillspieß. Oder den Liegestuhl. Und wären wir bei einer bekannten Versicherung, vielleicht auch die Chica – ihr erinnert euch?
Ich hätte schon mal Lust, solche Bändchen zu kaufen und mit nach Kuba zu nehmen… Mal hier und dort einen Mojito, das würde mir guttun, wenn die Kehle gerade wieder ausgedörrt ist 😉

So, jetzt bin ich aber mit meinen Klischees am Ende, jetzt wirds zu differenziert – und dann liest das ja keiner mehr 😀
In den Kommentaren zum letzten Artikel erwähnt Annett noch die “ganz normalen” Salsareisenden. Auch davon gibt es viele und ich weiß, dass z.B. die Tänzer von Baila Habana Probleme mit dem Kollektiv bekommen, wenn sie mehr als Tanzstunden anbieten. Nicht jeder Salsatänzer, der nach Kuba reist, ist also auf der Suche nach der exotischen Affäre! Aber das ist kein Stoff für Satire 😉

Habe ich jetzt alle Klischees? Wenn euch noch eins einfällt -> unten kann man Kommentare schreiben!
Saludos aus Rom,
Dietmar


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