Ein heißer Sommer in Havanna

Bild: Havanna im Sommer: Gefällt mir!

Havanna im Sommer: Gefällt mir!

Während die meisten auf Kuba den Strand genießen und am besten in den Sommermonaten gar nicht erst nach Kuba fahren – der Winter ist viel angenehmer dort! – bin ich beruflich öfter in Havanna unterwegs, das letzte Mal war das im Juni dieses Jahres. Und ja, ich gebe mit meinen Havannatrips an, das gestehe ich – aber in Wirklichkeit ist der Sommer in Havanna eine Schinderei: 33 Grad heiß, Luftfeuchtigkeit kurz vorm Ausflocken, regelmäßige Gewitter – und die sind nicht mit unseren Gewitterchen hier vergleichbar.

4x Duschen am Tag

Der typische Tag beginnt angenehm, in der klimatisierten Casa Particular, dem kubanischen Bed-and-Breakfast-Äquivalent. Der Standard: aufstehen, duschen, aus der Dusche kommen und wieder duschen wollen – ja, das Bad ist nicht klimatisiert und der Schweiß läuft einem wieder über den Körper, bevor man sich überhaupt abtrocknen kann. Die Lösung ist einfach: man muss einfach lernen die Ruhe zu bewahren, es wird ja nicht besser, wenn man sich aufregt!

Gut behütet

Also: nach dem Frühstück dann raus aus der Casa und rein in das geschäftige Leben: die Sonne brennt – und das bei mir besonders, denn meine Haare haben sich irgendwann in meinen Zwanzigern immer weiter zurückgezogen. Insofern trägt man(n) Hut. Und selbst die Hüte mit Luftlöchern speichern die Wärme. Der Sonnenbrand jedoch ist schlimmer, glaubt es mir! Zum Glück ist die ökonomische Fakultät nicht so weit von meiner Casa entfernt, insofern kann man der Sonne schnell entkommen. Der Hitze allerdings nicht. Diesmal musste ich glücklicherweise nur im vierten Stock unterrichten, schlimm sind die anderen Räume im 11. und 12. Stock – denn es kann durchaus passieren, dass der einzige Fahrstuhl nicht funktioniert und dann heißt es 12 Stockwerke hochlaufen!!!

Bild: Bild: Ohne Hut in der Sonne, aber mit Elpidio Valdez im Hintergrund!

Dietmar ohne Hut in der Sonne, aber mit Elpidio Valdez im Hintergrund!

Arbeiten unter tropischen Bedingungen

Nun, natürlich hatte der Seminarraum, in dem ich Entrepreneurship unterrichtet hatte, keine Klimaanlage, zumindest keine funktionierende. Oder sie durfte nicht benutzt werden, das kann auch sein, denn von 12 bis 16 Uhr Sparzeit und niemand (natürlich bis auf die Chefs) darf eine Klimananlage benutzen. Klar, wenn es am wärmsten ist…

Nun ja, zumindest war es auch den Kubanern zu heiß, es liegt also nicht an mir Europäer;) Und für den Kurs motiviert war ich allemal, da alle meine Teilnehmer ganz heiß (haha) auf das Seminar waren. Hat wirklich Spaß gemacht und war ungemein befriedigend, dieser Gruppe von Wissenschaftlern (IT, Biotech, Laser, alles dabei) aus der Uni Havanna Entrepreneurship beizubringen!

Die Erlösung: die Playa del Este

Nun, wie bei jeder guten Geschichte gibt es auch hier ein Happy End – und das ist natürlich die obligatorische Abkühlung im karibischen Meer. Denn auch von Havanna aus kann man an den Strand fahren, zum Playa del Este – und das war dann natürlich der Plan fürs Wochenende.

Der Weg zum Strand

Wenn man es touristisch hält, dann zahlt man für einen Trip an die Playa del Este mit dem Taxi 25 CUC (20 CUC, wenn man gut verhandelt). Der Weg des (reicheren) Einheimischen ist etwas umständlicher, dafür aber auch deutlich billiger, man ist für 2 Personen mit etwa 10 CUC dabei, für hin und zurück. Denn vom Capitol aus fährt ein Bus zum Strand. Der Bus ist klimatisiert und fährt recht zügig.

Ein kleiner Trick hierbei: fahrt bis zur Endstation und steigt auch dort wieder ein. Der letzte Bus fährt gegen 18 Uhr und ist fast voll, schon wenn er die erste Haltestelle verlässt. Wer an der zweiten Station einsteigen will, schaut in die Röhre – und ob der Bus so lange wiederkommt, bis alle Leute mit Ticket wieder zufrieden in Havanna sind, wage ich mal ganz stark zu bezweifeln 😉 Also immer in der ersten Haltestelle zusteigen!

Der Strand selbst ist nicht ganz so perfekt wie die Strände von Varadero, Kubas bekanntestem Badeort. Das heißt aber nur: die Playa del Este ist immer noch besser als alles, was das Mittelmeer zu bieten hat – vor allem ist sie deutlich leerer. Am Wochenende sieht man dort schon einige Menschen, mit italienischen oder türkischen Stränden, 4 Reihen gestaffelte Liegestühle in militärischer Ordnung, damit hat das aber gar nix zu tun. An Wochentagen ist es noch weit besser, nur ein paar verstreute Touristen und damit habt ihr die absolut die karibische Idylle. Wichtig, um die Idylle typisch kubanisch zu genießen: macht einen Abstecher in die lokale Tienda und holt sich eine Flasche Rum, ein paar Büchsen TuKola und lasst euch einfach treiben…

Carlotta Voitzsch_Sonnenuntergang

Sonnenuntergang (fotografiert von Carlotta Voitzsch)

Sommer in Havanna…

Sommer in Havanna, das ist viel Hitze und Feuchtigkeit, aber es hat auch seine Momente. Auf jeden Fall bekommt man eine Antwort auf die Frage: kann es zu sommerlich perfekt sein? Ja, das kann es. Also besser, man nutzt den Trip nach Kuba, um dem deutschen Winter zu entkommen. Das macht, wie man so neudeutsch sagt, mehr Sinn als der Trip im Sommer. Aber auf der anderen Seite, Ostsee oder Karibik, naja, ich überlass euch die Entscheidung 😉

Einen schönen Sommer euch, wo immer ihr seid,
Dietmar.


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