tuKola – die Coca-Cola-Alternative

tuKola – „Deine Cola“

Wer in Cuba war, der wird den Geschmack von tuKola kennen – und auch lieben. Denn die tuKola ist etwas ganz Eigenes, die Antwort auf Coca Cola und Pepsi. Denn, klar, nach dem Embargo gab es auch keine US-Brause mehr auf Cuba. Nun wollten die Kubaner nicht auf ein Cola-Getränk verzichten und kamen deshalb mit ihrer eigenen Cola auf den Markt. Anfangs gab es die Colamarken TropiCola und  FiestaCola und seit den 1980ern auch tuKola – also „Deine Cola“. Die anderen beiden Marken gibt es kaum noch.

Cuba Libre

Natürlich ist Cola auch die Grundzutat für den Cuba Libre – wobei es sich eher um den Farbgeber handelt: der typische kubanische Cuba Libre besteht gefühlt zu 80% aus Rum, 20% aus Cola, getrunken aus einer leeren tuKola-Dose. Alles, was pflanzlich ist (Limette, Minze etc.) ist für den richtigen Kubaner übrigens Salat und gehört nicht in einen Drink 😉

Cola vom Fass

Früher gab es auch noch Cola vom Fass. Man ging zum Geschäft mit einer leeren Flasche und die wurde aus einem Cola-Tank aufgefüllt. Das Ganze kostete 1-2 Pesos pro Liter. Was genau da drin war, können wir jetzt gerade nicht mehr rekonstruieren 😀

Der Unterschied zwischen Coca Cola und tuKola

Nun wissen wir ja aus eigener Erfahrung, dass Cola-Getränke ganz verschieden schmecken können, es gibt ja gerade einen richtigen Boom an Cola-Sorten, von der RedBull-Cola bis zur durchsichtigen Glam-Cola – und meinem Liebling, der Fritz Cola.

Wenn wir in Europa eine Coca-Cola trinken, dann kommt die typische Süße vom Rübenzucker, in den USA von Maisstärke und in Asien von Rohrzucker. Auf der Zuckerinsel Cuba wird natürlich auch Rohrzucker verwendet – leider kenne ich die asiatische Coca Cola nicht, kann also nicht sagen, ob der Geschmack da der tuKola ähnlicher ist, er sollte es aber sein.

Auf jeden Fall ist die tuKola gefühlt verträglicher, sie macht einfach voller und wir können nicht literweise Cola in uns reintrinken, sondern werden ganz einfach auch satt – meine Mutter beispielsweise schwört auf tuKola und hat den Tag in Cuba mit einer Dose tuKola überlebt, keine andere Nahrung bis zum Abend nötig. Nun müssen wir von jedem unserer Cubareisen tuKola für sie mitbringen!

Die Coca-Cola-Fabrik, das Rezept und der Coca-Cola-Geschmack

Meine Beute nach dem Cuba-Urlaub 😉

Natürlich gab es auch mal eine Coca-Cola-Fabrik auf Cuba. Nach der Revolution wurde sie verstaatlicht und es wurde nach dem gleichen Rezept weiterproduziert. Wenn wir also mit der damaligen Coca-Cola vergleichen (und Cuba gerade alle Zutaten beisammen hat), dürfte die tuKola genau so schmecken wie die original Coca Cola aus dem 1950ern.

TuKola Ciego Montero

Produziert wird tuKola von Los Portales SA in Pinar del Rio und vertrieben von Ciego Montero, dem „Blinden Jäger“. Zur Namensherkunft habe ich leider nichts gefunden, nur zur Firma. Ciego Montero ist ein Joint Venture vom kubanischen Staat mit Nestlé. Nestlé Water ist in die Firma eingetreten, nachdem sie San Pellegrino aufgekauft hatten.

Engpässe

Aktuell ist es schwer, tuKola in den staatlichen Läden zu bekommen. Sie wird meist, bevor sie auf die Ladenregale, kommt, palettenweise an die Privaten verkauft aus dem ganz simplen Grund: es gibt in Cuba keinen Getränkegroßhandel, die Paladares – also die privaten Restaurants – müssen sich genauso mit ihrem Bedarf im Supermarkt versorgen wie wir als Endkonsumenten.

Das heißt auch: wenn ihr in den staatlichen Läden also keine tuKola bekommt, in den Paladares gibt es eigentlich immer welche – die ist dann natürlich teurer, vielleicht 1,50 bis 2 CUC, während die Dose im Supermarkt ca. 50 – 55 Cent kostet.

tuCola Diética

tuCola gibt es auch in einer Light-Variante, die allerdings aktuell kaum zu finden ist – sehr zum Leidwesen eines befreundeten Professors, der Diabetiker ist.

Keine Coca Cola?

tuKola-Flaschen im Supermarkt

Wenn ihr über Coca Cola lest, dann kommt typischerweise die Bemerkung, dass Cuba eines der wenigen Länder ist, in denen keine Coca Cola verkauft wird., neben Nordkorea Das ist natürlich falsch. Coca Cola wird verkauft, aber keine in Cuba produzierte. Es gibt Coca Cola, die meist aus Mexiko importiert wird und deshalb etwas teurer ist. Richtig heißt es dann also: es gibt also offiziell aus US-Sicht keine Coca Cola in Cuba, aber in Cuba kann sie fast überall gekauft werden.

Andere Getränke von Ciego Montero

Neben der tuKola wird von Ciego Montero noch der gesamte Bereich der klassischen – und auch etwas weniger klassischen Getränke abgedeckt:

  • Gaseosa: Zitronenbrause, das Äquivalent zu Sprite oder 7up
  • Agua Mineral Natural: Wasser, mit oder ohne Kohlensäure
  • Agua Tónica: Tonic Water (und wenn ihr dann noch einen Gin findet…)
  • Refresco Mate: habe ich lange nicht mehr gesehen, hat kein Koffein wie z.B. Club Mate.
  • Refresco Piñita: Ananas-Brause

„Refresco“ ist also der Überbegriff für alle Brausen. Im Restaurant fragt man deshalb auch: Qué refrescos tienen?“, also „Welche Limonaden haben Sie?“ Der Ober antwortet „Refresco de limon o de piña“.

Fazit

In Deutschland bin ich ja kein Fan von Cola-Getränken, in Cuba gehört die tuKola aber zu meinen Standardgetränken, mit oder ohne Rum.
Leider habe ich bisher noch keinen Distributor für tuKola in Deutschland gefunden. Bucanero gibt es als Cubanero, Cristal gibt es als Palma Cristal, nur kubanische Cola gibt es hier nicht. Aber was solls: so bleibt die kubanische Cola einfach etwas Besonderes.

Insofern bleibt mir noch zu sagen: Stoßt auf mich an, wenn ihr das nächste Mal eine tuKola trinkt 😊

Saludos vom Castlecamp aus Kaprun,
Dietmar

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