Was anziehen, wenn ihr nach Kuba fliegt

Foto eines T-Shirts mit Strass-Che-Portrait

Auslage in einem Geschäft in Havanna

In Deutschland und besonders in Berlin ist der Kleidungsstil inzwischen etwas lässig und unkonventionell, d.h. Flipflops, Shorts, Spaghettiträger-Oberteil und bei den Mädels vielleicht sogar keinen BH.

Dass wir mit solcher Kleidung nicht unbedingt in arabischen Ländern herumlaufen, ist selbstverständlich. Aber wie steht es mit Cuba? Cuba ist weder moslemisch noch katholisch, jedenfalls offiziell, also gibt es noch eine Kleiderordnung?

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Gibt es eine Kleiderordnung in Cuba?

Foto: Dietmar mit Strohhut

Dietmar mit krass touristischem Strohhut

Die Antwort heißt JA, Kuba kann seine katholisch-konservativen Wurzeln nicht verleugnen, in Kuba gelten noch immer strengere Kleidungsregeln als bei uns in Mitteleuropa. Und das bezieht sich nicht nur Frauen, sondern auch auf Männer. Zwar tragen die kubanische Frauen knappe Röcke und kurze Kleider – sie zeigen gerne, was sie haben, manche Kellnerinnen betonen mit einer schwarzen Korsagen-Weste ihre Weiblichkeit – aber der Busen ist immer dezent bedeckt.

Bei den Männern sind es vor allen Dingen die Schuhe, die den Unterschied machen. Während wir in Mitteleuropa als Männer gerne mal Flipflops anziehen, sind bei den kubanischen Männern die Füße eigentlich immer in festen Schuhen, Leder oder Sneakers, egal, Hauptsache geschlossen.

Ausnahmen bestätigen die Regel, der kubanische Hipster trägt neben seinem Bart auch gerne Flipflops 😉

Bei den Hosen ist die Kleiderordnung etwas gelockert, lange Hosen sind nur bei älteren Männern und auf der (seriösen) Arbeit, z.B. im Büro, der Bank oder bei uns in der Uni üblich. Sonst darf man(n) gerne auch kurze Hosen tragen.

Eintritt verboten in Clubs, Kirchen und Banken

Regeln für das „La Torre“ im Vedado: ab 18 Uhr kein Eintritt in Shorts, T-Shirt, Pullover, ärmellosen Shirt oder Flipflops

Ihr mögt jetzt denken, o. k., bei solchen Temperaturen interessieren mich die Regeln nicht und ihr tragt weiter in Flipflops. Wer dann aber in eine Bank gehen will um Geld abzuheben, der kann schon an der Tür scheitern – der Wachmann lässt euch nicht ein! Es wird nicht nur die Nase gerümpft, nein, man verwehrt euch schlicht den Zutritt. Bei einer Bank hat mich das überrascht, Kirche und Bar? Davon hatte ich gehört, aber eine Bank? Für Touristen wird hier oft ein Auge zugedrückt, aber die Cubaner müssen leider draußen bleiben… 😉

Für mich bedeutet das, wenn ich plane, abends in eine Bar zu gehen oder einen Club, dann sind andere leichte und trotzdem geschlossene Schuhe Pflicht. Ich habe deshalb immer ein paar leichter Leinenschuhe im Gepäck nach Kuba.

Die richtigen Flipflops – Doghammer Zehentreter*

Bild: Urgemütliche - und praktische - Flipflops von Doghammer

Urgemütliche – und praktische – Flipflops von Doghammer

Ich selbst laufe allerdings nur, wenn es nicht anders geht, mit geschlossenen Schuhen in Cuba rum. Für micht kommen neben Flipflops kaum andere Schuhe in Betracht – dann sehe ich zwar aus wie ein Tourist, habe aber schön gekühlte Füße 😉
Deshalb ist es für mich wichtig, keine billigen Flipflops anzuziehen, sie sollten schon etwas aushalten. Und ja, ich bin schon im Escambray mit Flipflops durch den Dschungel gewandert, auch wenn es ein Missverständnis war – meine Frau hat nicht zugehört, als ich nach dem nötigen Schuhwerk fragte ;).
Aber grundsätzlich gilt: ihr müsst nicht nur für den Dschungel das richtige Schuhwerk nach Kuba mitnehmen, auch die Straßen in Kuba sind nicht immer gut, d.h. die Flipflops sollten stabil sein und auch ein gutes Profil haben.

Was ihr beachten müsst: wenn die Schuhe kaputt gehen, bekommt ihr so schnell keinen Ersatz, es gibt nicht einfach einen Schuhladen an jeder Ecke. Es reicht also beispielsweise, wenn euch jemand auf den hinteren Teil des Flipflops tritt. Dann reißt der und schon könnt ihr barfuß weiterlaufen, alles schon passiert – und ist in Cuba besonders peinlich (s.o., angemessenes Schuhwerk).

Dann ist es auch wichtig, ein gutes Profil zu haben. Wer schon mal bei Nässe auf den glatt geschliffenen Gehwegplatten um die Coppelia geschliddert ist, weiß, dass da perfektes Aquaplaning entsteht. Ich habe deshalb nicht gekleckert, sondern geklotzt und mir ganz feine Flipflops einer kleinen bayrischen Firma zugelegt, Doghammer. Die Schuhe sind handgefertigt und von hoher Qualität, gepolstert und auch ziemlich rutschfest, denn sie sind für den Outdooreinsatz konzipiert – wusste vorher überhaupt nicht, dass es Flipflops zum Wandern gibt!

Aber ob ich mit meinen neuen Flipflops wieder eine Tour in den Escambray mache, weiß ich noch nicht. Soll dort ja schließlich auch Schlangen geben 😉

Kleidung kaufen in Kuba

Wie oben erwähnt, ist es nicht immer leicht, in Kuba Kleidung zu kaufen. Es gibt einfach keine so entwickelte kapitalistische Infrastruktur dort. Wenn ihr irgendetwas vergessen habt – bei mir waren es beispielsweise mal die kurzen Hosen – dann beginnt eine Odyssee durch viele Geschäfte. Um es klar zu machen: nackt muss keiner rumlaufen, es gibt genug zu kaufen. Aber eben nicht immer und überall das, was man gerade haben will – ich z.B. wollte dann doch keine tief hängenden Regueton-Hosen mit Hosenträgern haben, dazu bin ich wohl einfach zu alt 😀

Also geht vor der Reise akribisch durch eure Listen, schaut, dass ihr nichts vergesst, Ersatz ist nicht leicht zu beschaffen.

Behütete Touristen

Foto: Stohhutverkäufer an der Playa del Este

Stohhutverkäufer an der Playa del Este

Und dann sind da noch die bei Touristen allgegenwärtigen Strohhüte. Und ich muss zugeben, auch ich trage gerne einen Strohhut, wenn ich in Kuba bin, schließlich bin ich auf dem Kopf etwas spärlich mit Haar ausgestattet und die Sonne brennt heiß in Cuba… 😉
Aber es gibt kaum etwas was so laut „Tourist!!!“ schreit wie ein Strohhut. Wenn ihr nicht auffallen wollt in Kuba, dann braucht ihr ein Basecap. Ok, tagsüber sieht man euch den Touristen eh an an der käseweißen Haut an, aber nachts könnt ihr zumindest von Weitem für einen Kubaner gehalten werden und ihr entgeht dadurch dem ständigen „Taxi Taxi Amigo“. Wenn ihr abends wirklich untertauchen möchtet, dann kauft euch doch ein Basecap von Real Madrid, dann seid ihr genau auf der kubanischen Linie 😉

Ach ja, ein Trick noch: besorgt euch einen Strohhut mit Luftlöchern, denn die meisten Strohhüte sind trotz Stroh dicht gewebt oder haben sogar noch ein Innenfutter. In der kubanischen Hitze benötigt ihr aber eine Durchlüftung.

Jahreszeiten in Cuba

Nun haben wir auf Cuba nicht immer unglaubliche Hitze, im Winter kann es auch auf Cuba kälter werden. Dann ist es sinnvoll, ein Jäckchen dabei zu haben. Aber nach drei Wochen relativer Kälte ist dann der ewige Sommer wieder zurück. Also: fahrt ihr im Winter, bereitet euch auf Temperaturunterschiede vor.

Das Jäckchen ist übrigens auch im kubanischen Sommer sinnvoll, wegen der penetranten Klimaanlagen in Restaurants und Bussen.

Die Guayabera: das klassische kubanische Hemd

Von Presidencia de El Salvador - https://www.flickr.com/photos/fotospresidencia_sv/27456585465/, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=51399594

Raul Castro mit einer Guayabera, Quelle: Wikimedia

Wer sich in Cuba fein anziehen will und trotzdem nicht ins Schwitzen kommen möchte, der sollte sich eine Guayabera zulegen, ein Leinenhemd, das weit fällt, nicht in die Hose gesteckt wird und deshalb angenehm zu tragen ist. Typische für die Guayabera ist auch, dass sie vier Taschen hat.

In Cuba ist die Guayabera sogar für offizielle Anlässe zugelassen, anstatt Anzug und Krawatte – bei Männern allerdings nur in weiß. Guayaberas bekommt ihr mit ein bisschen Suchen auch hier in Deutschland, das Internet ist vielfältig 😉 In Cuba kosten Guayaberas meist recht viel, unter 50 CUC gibt es selten welche.

Im Flugzeug

Wer schon öfter Langstrecken geflogen ist, der weiß, dass Flugzeuge meist unterkühlt sind. Also richtet euch drauf ein, wechselt am Flughafen von euren Flipflops in wärmere Schuhe mit Strümpfen, nehmt das Jäckchen auch ins Handgepäck, schon machner hat sich auf dem Flug eine schöne Erkältung geholt.

Und als kleiner Tipp: auf dem Flug nach Cuba kommt manchmal das Gepäck abhanden. Hat nicht speziell etwas mit Cuba zu tun, passiert überall. Aber in Cuba ist es halt schwerer, Ersatz zu beschaffen (s.o.). Deshalb gehören 1-2 Paare Wechselwäsche auf jeden Fall ins Handgepäck.

Fazit: auf die Kleidung kommt es an

Oberflächlich betrachtet ist Kuba wie Mitteleuropa, zumindest näher dran als die Länder Asiens oder Afrikas. Jedoch gibt es diese kleinen, feinen Unterschiede bei den wir immer wieder realisieren, dass wir in einem anderen Land sind und einer anderen Kultur. Die Kleidung ist eines dieser Dinge, die auf en ersten Blick nicht auffällt, aber sie ist elementarer Ausdruck der Kultur. Und die Kultur in Kuba ist immer noch konservativer als hier. Nur ein Beispiel: im Internat sind die Duschen separat, d.h. weder die Jungen noch die Mädchen duschen öffentlich nackt, das prägt natürlich auch. FKK, Oben Ohne am Strand, davon sind wir in Cuba ebenfalls noch weit entfernt 😉 Nichtsdesto trotz, mit einem kleinen bisschen Umsicht tappt man nicht in die Kleiderfallen. Also Augen auf, dann klappt es auch mit der Kleidung!

Ich wünsche euch superschöne Ferien in Cuba,
Dietmar

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*Die oben erwähnten Flipflops wurden mir auf meine Anfrage hin von Doghammer zur Verfügung gestellt. Meine Meinung über die Schuhe hat das nicht beeinflusst, ich bin auch in Deutschland nicht mehr von ihnen zu trennen!

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