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Demonstrationen wegen der Versorgungslage in Cuba

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Letztes Update: 14. Juli 2021

Der Kuba-Brief Nr. 19: Die Demonstrationen, Impfstoff effektiv, Pernod-Ricard bekommt Recht im Markeinrechtsstreit um “Havana Club”

Von Andreas Knobloch, Havanna

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kuba-Interessierte,

der Kuba-Brief war am gestrigen Sonntag schon geschrieben und versandbereit, als die aktuellen Ereignisse dazwischenkam. In mehreren Orten des Landes gingen Tausende Menschen auf die Straßen, um gegen die Lebensmittel- und Medikamentenknappheit und die Stromabschaltungen zu protestieren. Auch Rufe nach „Freiheit“ und politischen Veränderungen waren zu hören.

Die Pandemie, die Versorgungslage, die Warteschlangen, die Stromabschaltungen, die Inflation – es kommt einiges zusammen. Der Unmut ist seit Monaten greifbar und artikulierte sich bislang vor allem in den sozialen Netzwerken. Im Grunde war es eine Frage der Zeit, wann er sich auch auf der Straße Luft verschaffen würde. Andererseits waren die größtenteils spontanen Proteste überschaubar, also keine Hunderttausend auf der Straße und schon gar kein Umsturz wie auch an manchen Stellen zu hören und lesen war. Der Großteil der Bevölkerung verhält sich eher passiv. Aber der Unmut ist da und wird so schnell nicht verschwinden. Aus Miami kamen schon Rufe nach einer „Intervention“ und Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel rief die Bevölkerung auf, „die Revolution auf der Straße zu verteidigen“. Es bleibt abzuwarten, wie es in den kommenden Tagen und Wochen weitergeht.

Elsa, den ersten Wirbelsturm der Saison, haben wir derweil relativ glimpflich überstanden. Dafür spitzt sich die Pandemielage auf der Insel immer weiter zu. Und das wohl nicht zuletzt wegen der Evakuierungen im Zusammenhang mit dem Tropensturm. Der explosionsartige Anstieg der Infektionszahlen in den Provinzen Matanzas und Guantanamo legt dies jedenfalls nahe.

Aber in nahezu allen Provinzen steigen die Corona-Infektionszahlen. Anfang Juli wurden im Schnitt täglich mehr als 3.500 Neuinfektionen verzeichnet, zuletzt sogar über 6.500. Zwischen März und Dezember 2020 waren es noch durchschnittlich 1.200 Neuinfektionen – im Monat. Die sogenannte Delta-Variante, die zuerst in Indien aufgetreten ist, befindet sich auch auf Kuba auf dem Vormarsch. Ab dem 15. Juli gelten daher neue Maßnahmen für kubanische Flugreisende nach Varadero und Cayo Coco. Von einem Ende der Corona-Pandemie sind wir hier auf der Insel – trotz Impfkampagne – also noch weit entfernt.

Hoffnung machen die guten Ergebnisse der klinischen Tests der kubanischen Impfstoffe. Der erste, Abdala, erhielt nun die Notfallzulassung. Kuba könnte demnächst damit beginnen, seine Vakzine auch international zu vermarkten. In einer Kabinettssitzung Anfang Juli skizzierte Wirtschaftsminister Alejandro Gil die Prioritäten der Regierung für die zweite Hälfte des Jahres: Kontrolle der Pandemie und die allmähliche Wiederherstellung des wirtschaftlichen und sozialen Lebens in der „neuen Normalität“. Ziel sei, das Warenangebot in kubanischen Pesos zu erhöhen und die Inflation zu kontrollieren. Der Minister sprach auch davon, die beschlossenen Wirtschaftsreformen schnell und umfassend umzusetzen; ebenso wie den Investitionsplans mit Schwerpunkt auf der Nahrungsmittelproduktion, dem Wohnungsbau, dem Tourismus, der Zementherstellung und der Stromerzeugung. Elf Millionen Kubaner:innen werden der Regierung die Daumen drücken. Die befindet sich längst in einem Wettlauf mit der Zeit.

Noch etwas in eigener Sache: Im letzten Kuba-Brief war irrtümlicherweise von einer hohen Taktung von Edelweiss-Flügen auf die Insel zu lesen. Tatsächlich aber bietet Edelweiss viel weniger Flüge an, als von mir vermeldet. Ich war da wohl etwas zu optimistisch. Vielmehr wird es ab Oktober einen Flug pro Woche, jeweils montags, von Zürich nach Havanna geben; ab 1. November verdoppelt sich die Frequenz auf zwei Flüge pro Woche am Montag und Donnerstag. Varadaro wird von Edelweiss erst wieder ab Dezember angeflogen. Bis zum Jahreswechsel wird es drei Flüge geben. Vielen Dank für die Hinweise und Berichtigungen.

In diesem Sinne, ich freue mich über Rückmeldungen, Anregungen und Kritik. Viel Spaß beim Lesen des Kuba-Briefes. Ich hoffe, Sie finden ein paar interessante Informationen.
Passen Sie auf sich auf und bleiben Sie gesund!
Andreas Knobloch

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Den Rest des Kuba-Briefs finden Sie hier: Weiterlesen!
Unter anderem mit folgenden Themen:

1. In mehreren Städten Kubas gingen am Sonntag Tausende Menschen auf die Straße.

2. Die kubanischen Vakzine zeigen eine hohe Effektivität.

3. Im Rechtsstreit um die Nutzung verstaatlichten Grundbesitzes auf Kuba haben der Schweizer Baustoffkonzern LafargeHolcim und die US-Kläger eine endgültige Einigung erzielt.

4. In einem weiteren Rechtsstreit nach dem Libertad Act um die Rum-Marke Havana Club entschied ein Bezirksgericht in Florida zugunsten des französischen Unternehmens Pernod Ricard.

5. Die kubanische Zentralbank setzt die Bargeldannahme von US-Dollar aus.

6. Die kubanische Regierung und der Pariser Club staatlicher Gläubiger einigten sich darauf, ihre historische Vereinbarung zur Neuverhandlung der kubanischen Schulden aus dem Jahr 2015 zu modifizieren.

7. Kuba schuldet seinem Partner, dem kanadischen Bergbauunternehmen Sherritt International Corp., Dutzende Millionen US-Dollar.

8. Eine Regulierung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) auf Kuba noch in diesem Jahr – das kündigte Wirtschaftsminister Alejandro Gil Mitte Juni im kubanischen Fernsehen an.

Zum Weiterlesen finden Sie hier die einzelnen Artikel.

 

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