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Währungsreform in Cuba eliminiert den CUC ab dem 1. Januar 2021

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Der CUC geht, der Peso Nacional und der Dollar bleiben

>>Den Beitrag als Podcast findet ihr hier!<<

Nun ist es also wirklich so weit, der CUC – der sogenannte konvertible Peso – wird endgültig eingestampft. Präsident Díaz-Canel kündigte am Donnerstag im Fernsehen an, die lang erwartete Währungsreform kommt zum 1. Januar und wird in diesen schweren Zeiten die kubanische Wirtschaft mächtig durchwirbeln. Denn es wird nicht nur eine Währungsreform sein, sondern ein ganzes Reformpaket mit Gehaltserhöhungen und Subventionsstreichungen. Die Regierung verspricht sich dadurch Impulse für die schwache Ökonomie, will sich aber auch darum kümmern, dass Härten so weit wie möglich vermieden werden.

Tweet mit Ankündigung der Währungsreform

Was wird mit CUC und CUP passieren

Der seit 1994 existierende Peso Convertible – CUC – wird durch den Peso Nacional/Moneda Nacional (CUP) ersetzt. Diese zirkulierten vorher parallel, man will also zurück zu einer einzigen Währung (plus dem Dollar natürlich). Das ist durchaus sinnvoll, erzeugt der parallele Einsatz von zwei Währungen, die in jeder Bank von jedem gegeneinander ausgetauscht werden, einiges an unnötigen Kosten. Der offizielle Wechselkurs von 1 zu 24 wird dabei angewandt. Ängste, dass es vorher eine massive Abwertung geben wird oder dass nur bestimmte Mengen an CUC in Peso Nacional umgetauscht werden dürfen, haben sich bisher nicht bestätigt. Riesige Inflationserwartungen stellen allerdings ein Problem dar.

Was für viele von uns Cuba-Reisenden ebenfalls ein Problem darstellen wird: wenn ihr noch auf CUC-Reserven sitzt, habt ihr ab Januar nur noch 180 Tage Zeit, diese umzutauschen.

Konsequenzen für Touristen

Es ist noch nicht klar, ob Touristen in Devisen bezahlen werden oder im Verhältnis 1 zu 24 Pesos Nacionales kaufen müssen – dies würde eine deutliche Abwertung der Devisen beinhalten, kostet ein Dollar auf der Straße aktuell wohl 40 bis 50 CUP. Dies würde für Touristen bedeuten, nur etwa die halbe Kaufkraft zur Verfügung zu haben, solange man nicht illegal tauscht (was von der Polizei hart verfolgt wird).

500-Peso-Note (Quelle: Banknotenews.com)
500-Peso-Note

Inflationserwartungen und was die Regierung tun will

Nach Schätzungen von Ökonomen wird die Inflation durch die Vereinigung der Währungen auf einen dreistelligen Betrag steigen. Dies entwertet natürlich auch die Gehälter und Einkommen der Bevölkerung. Dagegen will man sich durch massive Gehalts- und Rentenerhöhungen wappnen, angedacht sind Erhöhungen um das Fünffache. Ob diese Gehaltserhöhungen reichen, wird sich zeigen, sie können sicher auch noch angepasst werden – man will explizit keine Schock-Therapie.

Beispiele für Gehälter nach der Reform

Einige Beispiele, was an Verdiensten nach der Reform auf dem Lohnzettel steht – im Vergleich zu Gehältern von durchschnittlich 250 bis 500 Pesos Nacionales davor:

  • Mindesteinkommen: 2.100 CUP
  • Arzt: 5.560 CUP
  • Lehrer: 4.010 CUP
  • Journalist: 3.610 CUP
  • Direktor von Staatsunternehmen: 9.510 CUP
  • Rentner: 1.520 CUP.

Dazu sei angemerkt, dass die Verfünffachung des Gehalts natürlich nicht die 2 Millionen der 7 Millionen Arbeitenden trifft, die im informellen Sektor arbeiten, die einfach überhaupt nicht arbeiten oder die in der Privatwirtschaft arbeiten. Gerade bei letzteren wird die Kaufkraft deutlich sinken, können sie doch ihre Preise nicht auch einfach verfünffachen.

Aktuell geben die Banken übrigens wohl in weiser Voraussicht auch eher große PN-Banknoten aus, Hunderter, Zweihunderter oder gar Fünfhunderter.

Subventionsstreichungen und Preiserhöhungen

Aufgrund der Inflation wird es auch viele Preiserhöhungen von Staatsunternehmen geben, die auf alle (!) Subventionen verzichten müssen, zwei Faktoren, die gleichzeitig die Preise treiben. Um den Härten der Inflation entgegenzuwirken, werden die Zuschüsse an die Bevölkerung voraussichtlich auf 1.500 CUP pro Person steigen und der Staat wird, wie auch schon vorher, in das Preisgefüge aktiv eingreifen (harte Strafen sind angedroht).

Banknote: 3-Peso-Note mit Che-Konterfei

Konsequenzen für Staatsunternehmen

Viele Staatsunternehmen durften bisher in ihrer Buchhaltung den Peso Nacional gegen den CUC 1 zu 1 tauschen. Für diese wird es hart werden, müssen sie nun das 24-fache an Geld aufbieten. Ökonomen schätzen, dass 40% der Staatsunternehmen aktuell Verlust machen und diese durch die Währungsreform und die Subventionsstreichungen in Bedrängnis geraten – was bis zur Insolvenz der Unternehmen und Arbeitslosigkeit führen kann!

Auf der anderen Seite dürfen die Unternehmen auch bis zu 80% ihrer selbsterwirtschafteten Devisen selbst behalten und müssen diese nicht an den Staat abgeben. Es wird also zu einer starken Ausdifferenzierung von Staatsunternehmen führen: wer in irgendeiner Form harte Währung erwirtschaften kann (Geschäfte mit Touristen, Selbstständigen, Dollarbesitzern, Exporte etc.), der wird sich besserstellen, während andere Unternehmen – und deren Mitarbeiter – ums Überleben kämpfen werden. Der Staat gibt den Unternehmen dafür maximal ein Jahr Zeit. Danach müssen die Bücher ausgeglichen sein.

Warum jetzt?

Cuba befindet sich in einer schweren Krise, dieses Jahr wird die Wirtschaft wohl um mehr als 8% einbrechen: Corona, Embargo, Probleme mit Venezuela. Natürlich die hausgemachten Probleme und ein hoher Schuldenberg, den Cuba nicht mehr bedienen kann. Die „Anpassung des Systems“ soll nun dazu führen, dass die kubanischen Firmen besser wirtschaften und auch ausländische Investoren das Land attraktiver finden. Der CUC half, das System durch die Zeit nach dem Ende des Kalten Kriegs zu führen, nun müssen andere Lösungen her.

Geht Cuba den chinesischen Weg?

Schon vor Jahren haben chinesische Ökonomen Kuba dazu aufgefordert, den chinesischen Weg zu gehen und die Wirtschaft zu reformieren. Nun scheint es, dass die kubanische Regierung bereit ist dazu. Dass dies mit Härten und Problemen einhergeht, ist wohl auch der Regierung klar. Hoffen wir mal, dass sie dazu in der Lage ist, aus Anfangsfehlern in China und Vietnam zu lernen und einen Weg geht, der für die Bevölkerung zumindest erträglich ist.

 

Was sind eure Gedanken zu dieser umfassenden Reform? Ich bin gespannt auf eure Meinung!
Saludos und bleibt gesund,
Euer Dietmar

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