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Die Playas del Este – Baden am Strand von Havanna

Die Strände Havannas – nach dem Städtetrip zum Strand!

Aktualisiert: 02. August 2019

Solltet ihr mal in Havanna stranden wollen – also an den Strand fahren 😉 – dann empfehle ich euch eine Exkursion an die Playas del Este, Havannas Strände. Bei Havanna denkt man ja nicht sofort an Strand, sondern an Stadtexkursionen. Aber da ihr ja auf einer Insel seid, ist der Strand nun mal nicht weit weg.

Update: der Strand verschwindet: Hurrikan Irma, gestaute Flüsse, Sandabbau? Jedenfalls sind die Playas del Este an manchen Stellen schon fast verschwunden.

Der Strand bzw. die Strände

Die Playa del Este im Osten von Havanna
Kuba

Die Playas del Este im Osten von Havanna

Die Playas del Este ist der Strand Havannas. Kurz hinter Alamar gelegen, gibt es gleich außerhalb Havannas eine Touristenstadt mit einem schönen, karibischen Sandstrand, die Playas del Este (= die Strände des Ostens) genannt – weil sie im Osten Havannas liegen. Normalerweise sind dort nicht viele Leute unterwegs: ihr habt viel Platz und bekommt immer einen Sonnenschirm (für 2 CUC).  Auch die sonstige Infrastruktur ist einigermaßen ausgebaut, es gibt Restaurants und auch mehrere kleine Supermärkte (einen nahe der Endstation des Busses, den anderen bei Hotel MarAzul Tropicoco), in dem man sich mit kaltem Wasser und Bier für den Strandgang versorgen kann. Außerdem laufen am Strand findige Kubaner auf und ab und verkaufen rumgefüllte Kokosnüsse 😉

Die Playas del Este

Eigentlich gibt es nur nur einen einzigen Strand, der sich insgesamt über 12 Kilometer erstreckt, aber in unterschiedliche einzelne Strände unterteilt (deswegen “Playas“, also Plural):

  • Von der Playa Tarará,
  • Playa Mégano,
  • Playa Santa María,
  • Playa Boca Ciega,
  • Playa Guanabo,
  • Playa Veneciana bis zum
  • Playa Rincón de Guanabo

Am Playa Tarará waren früher übrigens die Schülerunterkünfte, zu denen die Schulausflüge fuhren, als noch Geld und Benzin für so etwas da war. Später wurden hier die “Tschernobyl-Kinder” behandelt und noch später chinesische Vertragsarbeiter untergebracht. Was aktuell in Tarará geschieht, weiß ich nicht, es sieht aber alles verlassen aus.

Wie hinkommen: Bus, Auto, Amendrón, Zug?

Foto des Stadions für die Panamerikanischen Spiele auf dem Weg Havannas Strand

Stadion für die Panamerikanischen Spiele auf dem Weg zu Havannas Strand

Da der Playa del Este zwar in Havanna ist, aber nicht gerade um die Ecke, muss man motorisiert dort hin fahren – am Malecón könnt ihr ja nicht baden 😉 Es bieten sich an:

  1. Mietwagen: klar die beste Lösung – wenn man denn einen Mietwagen hat.
  2. Taxi: ist vor allem dann sinnvoll, wenn man zu viert oder fünft zum Strand will. Dann teilt sich der Preis von 20 – 25 CUC pro Strecke gut auf alle Mitfahrer auf.
  3. Bus: vom Capitolio/Parque Central (in Google Maps) fährt ein Touristenbus zum Strand. Die Fahrt kostet 5 CUC für die Hin- und Rückfahrt zusammen. Leider fährt der Bus nur ca. alle 40 Minuten und ist immer voller. Gerade bei der Rückfahrt am Abend kann das zu Problemen führen. Im Zweifel muss man also reichlich Zeit für die Hin- und Rückfahrt einkalkulieren. Mein Tipp für alle Busfahrer ist deshalb: auf jeden Fall bis zur Endstation fahren und von dort zum Strand laufen, dort ist der Playa del Este auch am schönsten. Wichtig ist die Fahrt bis zur Endstation vor allem für die Rückfahrt. Denn abends ist es fast aussichtslos, von einer anderen Station als der Endstation nach Havanna zurückzufahren. Und da der letzte Bus gegen 17 bis 18 Uhr fährt, kann man leicht am Strand stranden 😉
  4. A lo Cubano, also mit dem Almendrón (=Sammeltaxi): für die ganz Kreativen gibt es auch noch die Möglichkeit, mit den Sammeltaxis zum Strand zu gelangen. Das setzt allerdings ein bisschen Ortskenntnis voraus, Spanisch ist auch hilfreich – und vor allem braucht man Zeit. Startpunkt der Taxis in Havanna ist der Parque de los Agrimensores an der Ecke Agramonte/Calle Misión (in Google Maps). Für 1 CUC fährt man Richtung Guanabo bis zur Bushaltestelle El Trébol (Vía Blanca/Avenida Amanecer – in Google Maps). Vorteil dieser Variante: Man kommt den Kubanern näher als bei den anderen Lösungen. Allerdings macht sich der Benzinmangel generell daran fest, dass weniger Sammeltaxis fahren – es wird also noch etwas komplizierter. Aber vielleicht wird dieses Problem ja mit den neuen russischen Transportern gelöst.
  5. Mit dem Zug: Neuerdings fährt morgens (8:17 Uhr) ein Zug vom Hauptbahnhof Havannas zu den Playas, der abends (18:05 Uhr) wieder zurückfährt. Das ist aber keiner der neuen chinesischen Züge, sondern ein alter, mit Holzsitzen bestuhlter – also auch im Zug geht es a lo Cubano an den Strand 😉 Der Preis hält sich entsprechend auch in Grenzen mit 1 Peso Cubano – nicht einen CUC!!!
Foto: Playa del Este - Der Strand Havannas

Playa del Este – Der Strand Havannas

In Santa María übernachten

Foto: Liegestühle an Havannas Strand, mit Blick aufs MeerMan kann natürlich auch gleich in Santa María übernachten, allerdings ist da nicht viel los. Santa María ein verschlafenes Touristenstädchen. 2-3 kleine Supermärkte, ein paar Restaurants und sonst viele Appartmentgebäude, das war es auch schon. Selbstversorgung in einer Casa Particular ist also etwas schwierig, ihr seid da mehr oder weniger dauerhaft auf Restaurants oder Imbissbuden angewiesen.

Es wäre also eine Möglichkeit zu schauen, ob ihr ein All-Inclusive-Hotel in Santa María findet – da gibt es einige. Dann spart ihr euch nämlich den Stress mit dem Essen jagen. Außerdem sind dann die Sonnenschirme im Preis enthalten 😉 Also da solltet ihr schauen, ob es da Schnäppchen gibt, denn sonst blättert ihr einiges an Geld hin für mittelmäßigen Standard.

Deshalb abwägen: gepflegte Casa Particular und Essen gehen oder teures Hotel mit All-Inclusive – beides hat Vor- und Nachteile. Und wenn ihr einen längeren Strandurlaub machen wollt, solltet ihr eh nach Varadero, auch nur 2 Auto-Stunden von Havanna entfernt.

Das Wochenende – da feiern die Kubaner am Strand

Wenn ihr am Wochenende an die Playas fahrt, dann ist es natürlich voller. Denn da haben natürlich auch die meisten Kubaner frei und fahren an den Strand. Und was gehört für einen Kubaner zum Feiern dazu? Rum und Regueton! Also wenn ihr lieber eine ruhige Zeit am Strand verbringen wollt, dann solltet  ihr nicht am Wochenende fahren. Wer hingegen mittendrin und voll dabei im kubanischen Leben sein will, der wird die Atmosphäre genießen 🙂

Der Strand und das Wetter

Die Sonne brennt heiß in Cuba, viel heißer als bei uns, natürlich. Deshalb immer Schirm mieten, viel Sonnencreme benutzen und nicht zu lange am Strand bleiben, wenn ihr noch keine Grundbräune habt. Ein T-Shirt zum Baden hat sich auch bewährt, genauso wie ein Hut oder ein Basecap, wenn ihr – wie ich – nicht mehr so viele Haare auf dem Kopf habt 😉

Foto: aufziehende Wolken landseitig am Playa del EsteTendenziell zieht es zum Nachmittag des öfteren mal zu und dann kann es regnen, vor allem in den schwülen Monaten um den September.

Der Vorteil ist natürlich, dass es sich vor dem Regen bewölken muss und wir nicht so doll verbrennen! Wichtig ist es dann halt nur, rechtzeitig den Absprung zu schaffen, bevor der Regen losbricht und ein Taxi von den Playas del Este nach Havanna rein zu bekommen.

Für Kubaner gibt es übrigens nichts schlimmeres als Wellen und sobald es etwas mehr Bewegung im Wasser gibt, hängt die rote Fahne draußen. Die meisten Leute stört das allerdings nicht. Wahrscheinlich heißt die rote Fahne nur: Achtung, die Wellen sind so hoch, dass sie in deinen Rumbecher schwappen können – und das wäre verheerend 😉

Versorgung am Playa del Este

Liegestuhl und Sonnenschirm

Liegen und Sonnenschirme kann man sich mieten, die Preise waren etwa 2 CUC für die Liege und ebenfalls 2 CUC für den Sonnenschirm. Wer einen dieser großen, fest installierten Sonnenschirme aus Palmenblättern haben möchte, ist mit 10 CUC dabei.

Essen und Trinken

Foto von Lianet, mit einer Trink-Kokosnuss am Strand von Havanna

Lianet mit Trink-Kokosnuss

Essen und Trinken könnt ihr von den Betreibern der Sonnenschirme ordern, die bringen euch dann alles vorbei – natürlich mit einem gewissen Aufpreis, aber dafür müsst ihr euch nicht aus eurem Liegestuhl bewegen 😉

Hinter den Dünen gibt es kleine Imbisse, an denen ihr typisch kubanisches Essen, manchmal in Pappschachteln, bekommt – das essen die meisten Einheimischen. Gabeln gibt es übrigens nicht. Entweder ihr bastelt euch einen Löffel aus dem Deckel der “Cajita” oder ihr esst A Lo Cubano mit eurem Personalausweis 😉

Über die Straße rüber gibt es auch einige Restaurants mit durchschnittlicher Kost zu durchschnittlichen Preisen.

An  einigen Ständen bekommt man frische Piña Colada für ca. 2 CUC, sehr lecker! Ebenso empfehlenswert sind die Strandverkäufer, die mit Kokosnüssen  und Rum am Strand entlanggehen. Die Kokosnuss wird mit der Machete aufgeschlagen, ihr trinkt etwas Kokoswasser ab und dann wird mit Rum aufgefüllt – großartig 😀

Sonst bekommt ihr Getränke und Kekse – was eben da ist – natürlich auch in den Supermärkten. Ein schönes kaltes Bier am Strand, das ist in jedem Fall etwas!

Wie sicher ist der Strand?

Bei “sicher” meine ich natürlich nicht, wie gefährlich der Strand ist, sondern ob ihr Sachen am Strand liegen lassen könnt. Grundsätzlich patrouillieren an allen kubanischen Stränden viele Polizisten – auch im Sommer, die Ärmsten! – so dass es nicht zu größeren Problemen kommt. Allerdings: meine Frau (Kubanerin) besteht immer darauf, dass einer die Sachen bewacht, es ist halt wie überall: Gelegenheit macht Diebe. Also achtet darauf, dass immer einer nahe an euren Strandsachen ist, nehmt keine zu wertvollen Gegenstände mit und wenn ihr alle ins Wasser gehen wollt, fragt andere Touristen, ob sie auf euer Zeug aufpassen!

Klimawandel an den Playas del Este

Die Playas del Este sind aktuell in keinem guten Zustand: der Sand verschwindet. Warum das so ist, kann ich auch nur mutmaßen – es wird ja viel über verschwindende Strände berichtet – aber Fakt ist: am Hotel Mar Azul Tropicoco ist der Strand vielleicht noch 2-3 Meter breit, dort stehen aus Platzmangel die Liegestühle schon im Wasser.

An anderen Stellen ist der Strand zwar noch breiter, aber die aus der Brandung ragenden Palmenstümpfe zeigen recht deutlich, wie das Wasser gestiegen ist.

Mögliche Gründe für den Verlust des Strands

  1. Hurrican Irma: einer der möglichen Gründe für den Verlust von so viel Sand könnte der letzte Hurrican, Irma, gewesen sein. Die Hurricane der Jahre davor haben Havanna ja nicht so stark getroffen, Irma nun war direkt da. Vielleicht hat Irma durch extreme Strömungen also den Strand verwüstet.
  2. Gestaute Flüsse: es ist ja auf der ganzen Welt beliebt, Strom aus Wasser zu gewinnen. Dass dann kein Sand über das Flussbett nachgeliefert wird, ist eines der Probleme. Das Meer raubt also den Sand, die Flüsse liefern keinen Nachschub. Konsequenz ist, dass der Strand kleiner wird. Ich gehe mal davon aus, dass auch in Kuba massiv Flüsse gestaut werden und auf der anderen Seite keine Infrastruktur vorhanden ist, den Sand, der sich anstaut, an den Strand zu bringen – wie man es z.B. in Miami macht.
  3. Sandabbau: in Miami beispielsweise wird aber gar nicht der Sand aus der Region verwendet, sondern Sand auf dem Weltmarkt eingekauft. Für Sand gibt es einen unglaublichen weltweiten Bedarf, nicht nur, um Strände wieder aufzubessern, sondern vor allem für die Herstellung von Beton, dem Baustoff Nummer 1. Wie weit der Sandverkauf in Cuba ist, kann ich nicht sagen. Ich gehe davon aus, dass allein aufgrund der schlechten Infrastruktur nicht viel Sand abgebaut wird, das sind aber auch nur Vermutungen.
  4. Manfred von Cuba – Perle der Karibik” hat noch einen weiteren Grund, nämlich den Meeresspiegel: der Meeresspiegel steigt aktuell um 2 mm pro Jahr, dadurch verändern sich Wellen und Strömungen. Der Strand wird abgetragen und kann nur noch künstlich erhalten bleiben.

Es mag noch andere Gründe dafür geben, dass an Cubas Stränden der Sand knapp wird – nicht nur die Playas del Este sind betroffen, auch Varadero hat weniger Sand. Aber genaues weiß ich auch nicht. Wenn ihr dazu Ideen habt, kommentiert doch einfach.

Aufgrund der sprunghaften Entwicklung würde ich tippen, dass Irma für die Verwüstung der Playas del Este verantwortlich war. Denn davor wurde der Strand langsam kleiner, aber der Sprung von 2017 zu 2018 war doch gewaltig. Wenn der langsame Verlust der Strände mit einer Naturkatastrophe zusammenfällt, dann sind die Auswirkungen natürlich besonders krass.

Fazit: Strandurlaub in Havanna

Es müssen nicht immer Varadero oder die Cayos sein. Gerade wenn man Stadturlaub macht, kann man am Playa del Este mal ausspannen, die müden Beine hoch und den Bauch in die Sonne legen. Und auch ein bisschen für die Bräune tun, man will sich ja nicht blamieren, wenn man wieder zu Hause ist 😉 Die Playas del Este sind dafür eine gute Wahl, nicht zu voll, schnell erreichbar – und natürlich karibisch feiner Sand.

Grundsätzlich solltet ihr den östlichen Teil der Playas bevorzugen, denn da ist es a) leerer und b) gibt es noch einen größeren Sandstrand, so dass es auf den Fotos auch nach Karibik und nicht nach Mittelmeer aussieht. D.h. zur Endstation des Busses fahren oder mit dem Auto sogar noch weiter, denn dort ist es dann einfach schöner – auf keinen Fall beim MarAzul Tropicoco aussteigen!

Wenn ihr keinen Mietwagen habt, sondern mit dem Bus oder gar dem Almendrón zur Playa fahrt, dann solltet ihr Zeit einplanen, denn es dauert, zum Strand zu kommen. Wichtig auch: gerade der Rückweg am Abend kann sich etwas schwierig gestalten, deshalb solltet ihr zur Not immer 20 – 30 CUC für ein Taxi übrig haben.

So, diese Woche ist hier ja leider schlechtes Wetter, dann träumen wir doch mal weiter vom karibischen Strand!
Saludos,
Dietmar

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