Yuca, Cassava, Maniok bringen als Alternative zu Kartoffeln karibisches Feeling in eure Küche

Foto eines Tellers mit Yuca, Reis und Picadillo
Yuca con Mojo mit Reis und Picadillo

Wenn ihr in Cuba eine ungewöhnliche, weiße Beilage auf dem Tisch findet, die an Salzkartoffeln erinnert, dann habt ihr mit Sicherheit Yuca auf dem Tisch, weltweit auch Maniok oder Cassava genannt, als Mehl auch Tapioka.

Yuca ist eine weitere Pflanze, die aus Lateinamerika kommend, neben der Kartoffel und den Tomaten, ihren Siegeszug um die Welt angetreten hat. Allerdings nicht wirklich nach Mitteleuropa – was wohl auch mit den Ansprüchen der Yuca zu tun hat: sie übersteht zwar Trockenperioden, kalt mag sie überhaupt nicht, unter 10 Grad geht sie ein (vielleicht wird das also bald was in Brandenburg ? ). Weltweit ernähren sich allerdings über eine Milliarde Menschen zu mindestens ein Drittel täglich von der Yuca, die Pflanze ist also eine riesige Erfolgsgeschichte.

Herkunft: Südamerika

Die Yuca kommt von der brasilianischen Atlantikküste und wurde dort in der Tupoi-Guarani-Sprache Maniot genannt. Von Südamerika gelangte sie dann auch in die Karibik, von den Arawaken Cassava, von den Kariben Yuca genannt. Die Technik zur Verarbeitung wurde schon weit vor dem Eintreffen der Europäer entwickelt.

Die Pflanze selbst

Was wir essen, wenn wir Yuca essen, ist die Wurzel der Pflanze. Man kann, anders als bei der Kartoffel, auch die Blätter als Salat essen. Die Wurzel ist allerdings der Hauptnahrungslieferant. Und da wird es spannend: während bei der Kartoffel alles andere bis auf die Knolle giftig ist, ist es bei der Yuca so: die Wurzelknolle ist giftig, es bildet sich bei Luftkontakt Blausäure. Jetzt werdet ihr fragen: will der Dietmar uns vergiften oder was??? Nein, natürlich nicht. Schon die Ureinwohner Südamerikas haben Methoden entwickelt, die Knolle zu entgiften. Im rohen Zustand solltet ihr allerdings keine Yuca essen, davor will ich euch warnen, sie muss erst zubereitet werden.

Die Pflanze selbst wird 1,5 bis 2 Meter groß, hat wunderschöne Blüten und die Blätter sehen den der Marihuana-Pflanze ähnlich. Deshalb werden auch Marihuana-Plantagen gerne in Yuca-Plantagen versteckt ?

Die weibliche Blüte der Yuca (Foto: Ton Rulkens [CC BY-SA])
Auf Cuba und in den spanisch-portugiesischen Kolonien wurde die Pflanze verbreitet, da sie anspruchslos ist. Während das gute Land zum Zuckerrohranbau genutzt wurde, wurde auf dem weniger fruchtbaren Land Yuca angebaut, um die Sklaven und die Kolonisten zu ernähren.

Verwechslungsgefahr: Yucca-Palme

Was bei mir und vielleicht auch bei euch im Wohnzimmer steht, ist eine Yucca-Palme, also mit 2 c. Das ist keine verwandte Art, die könnt ihr nicht essen, sondern es handelt sich um eine Palmlilie. Auch die Yucca hat essbare Teile, aber darum dreht sich der Artikel jetzt nicht ?

Wo könnt ihr Yucas kaufen?

Wenn ihr nun unser Rezept nachkochen wollt, werdet ihr euch sicher fragen, woher bekomme ich denn die Yuca-Wurzeln? Manche großen Supermärkte führen sie im Rahmen des Süßkartoffelbooms, auf jeden Fall bekommt ihr sie beim asiatischen oder afrikanischen Lebensmittelmarkt. Unser Vietnamese um die Ecke hat immer tiefgefrorene Cassava, die wir kaufen:

Yuca con Mojo – das Rezept

So, genug der Vorrede, nun fangen wir an zu kochen. Yuca ist leicht zubereitet, was ihr aber idealerweise haben solltet, ist ein Schnellkochtopf. Mit Schnellkochtopf dauert die Zubereitung unter 10 Minuten, ohne etwa 2 Stunden.

Zutaten für die Yuca con Mojo

  • Eine Packung Yuca (800g bis 1 Kg)
  • 2-3 Knoblauchzehen
  • Reichlich Öl, z.B. Olivenöl
  • Salz für das Salzwasser
  • 2 cl Naranja Agria bzw. ein wenig Zitronen/Limetten- und Orangensaft als Ersatz
In unserem neuen Schnellkochtopf kann ich mich sogar noch spiegeln 😉

Die Yuca werden im Schnellkochtopf für 8-10 Minuten in Salzwasser gekocht. Wenn ihr eher weiche, zerfallende Yuca haben wollt (wie meine Frau), dann eher die 10 Minuten nehmen, wenn ihr schöner aussehende, etwas härtere Stücke haben wollt (wie im Restaurant), dann eher die 8 Minuten.

Während die Yuca kocht, bratet ihr den Knoblauch im Öl in einer kleinen Pfanne an, entweder kleingeschnitten oder gepresst, bis er goldgelb ist.

Dann den Saft der Naranja Agria hinzugeben. Die Naranja Agria ist die Sevilla-Orange, die u.a. auch für die englische Orangenmarmelade verwendet wird. Da sie bei uns schwer zu bekommen ist, nehmen wir eine Mischung aus Zitronen/Limettensaft und Orangensaft, etwas mehr Zitronensaft als Orangensaft. Kurz zusammengemixt und dann in die Pfanne gegeben, mit dem Öl und Knoblauch vermixt und fertig ist unsere Mojo.

Die fertig gekochten Yuca-Stücke

Nun nehmen wir die fertigen Yuca und vierteln sie (1x längs und 1x quer schneiden). Das holzige Zentrum der Yuca schneiden/reißen wir raus, das geht ganz einfach: ist wie ein Faden, den wir rausziehen können. Nun schneiden wir die Yuca noch in 8-10 Zentimeter große, mundgerechte Stücke, servieren sie auf einem Teller und übergießen sie schnell mit der Mojo. Das wars schon, fertig ist eure Vorspeise oder Beilage!

Yuca con Mojo, servierfertig

 

Tipp: Die Mojo kann übrigens auch verwendet werden, um Süßkartoffeln oder Kürbiswürfel aufzuwerten.

Zu viel Yuca? Frittieren!

Das sind nicht unsere Yucas, sondern ein Bild aus dem Netz 😉 Unsere müssen wir erstmal frittieren!

Eine der schönen Sachen an Yuca ist, dass wir nicht alles gleich aufessen müssen. Das, was übrigbleibt, kann sehr schon zu Yuca-Pommes weiterverarbeitet werden, die wir dann am nächsten Tag essen: einfach mit viel Öl in die Pfanne (viel Öl, aber schwimmen müssen sie nicht) und braten, bis sie knusprig sind. Von der Größe her würde ich auch bei unseren Vierteln von oben bleiben, sonst zerfallen die Stücke (vor allem, wenn wir sie so weich gekocht haben, wie meine Frau das mag). Wir haben einen Airfryer zu Hause, der das Frittieren auch einigermaßen fett- und geruchsfrei erledigt.

Nun bleibt uns nur noch, euch einen Guten Appetit bei diesem kleinen Stückchen kubanischen Alltags zu wünschen,
Lianet und Dietmar

Tipp: Das Rezept für das Picadillo, das wir dazu gegessen haben, findet ihr hier!

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