Ihr sucht ein leckeres kubanisches Gericht zum Nachkochen? Picadillo a la Habanera!

Picadillo ist ein traditionelles kubanisches Gericht, das es in verschiedenen Varianten auch in der gesamten lateinamerikanischen Welt gibt. Selbst in den Philippinen (ehemalige spanische Kolonie) kennt man das Picadillo als Arroz a la Cubana.

Beim kubanischen Picadillo handelt es sich um eine Hackfleischsoße ähnlich eine Bolgonese (nur mit weniger Tomaten), die typischerweise mit weißem Reis gegessen wird und wahlweise anderen, zusätzlichen Beilagen.

Das Picadillo ist schön leicht zu kochen, es ist ja im Endeffekt nur ein Eintopf. Allerdings dauert das Einkochen einige Zeit, bis das Hackfleisch weich ist – das kennen wir ja auch von der Bolognese.

Der Name Picadillo kommt aus dem Spanischen, von picar, was auch kleinhacken heißt – nun kaufen wir das Hackfleisch heute natürlich schon vorgehackt und müssen den Fleischwolf nicht mehr rausholen 😉 Und eine kleine Anmerkung zur Aussprache: ein doppeltes L wird natürlich zu einem J, also Picadijjo 😊

Hier präsentiere ich euch das Picadillo a la Habanera, so wie ich es selbst kennengelernt habe und natürlich gibt es noch viele Varianten.
Habt ihr also Anregungen oder Anmerkungen, Tipps zur Zubereitung oder kocht ihr das Picadillo anders? Dann immer her mit den Kommentaren!!!

Die Zubereitung

Schwierigkeitsgrad: sehr einfach
Kochzeit: 1 ½ bis 2 Stunden

Die Zutaten

  • 500g Rinderhack
  • 3-4 EL Olivenöl
  • 2 kleine Zwiebeln oder eine größere, gewürfelt
  • 3 große Zehen Knoblauch, kleingehackt
  • ½ grüne Paprika, gewürfelt
  • Eine kleine Packung grüne Oliven (~100 Gramm, je nach Geschmack), ganz oder in Scheiben, ebenfalls je nach Geschmack
  • Naranja Agria (süßsaure Orange), alternativ Zitronensaft
  • 1 Prise Kreuzkümmel (Kumin)
  • eine kleine Büchse Tomatenmark (ca. 70g oder 3 EL) oder Tomatenpüree (dann etwas mehr)
  • Eine halbe Tasse Rosinen. Wenn ihr Süßmäuler seid, dann könnt ihr auch mehr Rosinen nehmen. Im Zweifel könnt ihr das auch abschmecken, da die Rosinen erst später hinzukommen.
  • Salz
  • Weißer Reis als Beilage

Die Zutaten könnt ihr natürlich gerne variieren, ihr seht ja, dass ich in der Zutatenliste schon einige Varianten untergebracht habe. Und nun ist es in Cuba ja so, dass man durchaus nicht alles bekommt. So gehört eigentlich noch Weißwein ins Rezept, der ist in Cuba aber viel zu teuer, um ihn einfach zu verkochen. Deshalb haben wir ihn rausgelassen.

Zubereitung

  • Knoblauch kleinschneiden, Zwiebeln und die grüne Paprika in Würfel schneiden.
  • Hackfleisch, Zwiebeln, Knoblauch, Paprika und Gewürze in einen Topf geben und bei großer Hitze kräftig anbraten, bis das Fleisch nicht mehr rosa ist (etwa 10 Minuten). Dabei das Hackfleisch mit dem Kochlöffel separieren, damit es nicht klumpt. Nach der Zeit die Hitze reduzieren.
  • Einige Spritzer Zitronensaft hinzufügen und 5-10 Minuten weiterköcheln lassen.
  • Dann Tomatenmark hinzufügen und wieder etwas weiterkochen lassen.
  • Oliven und Rosinen hinzugeben.
  • Mindestens 45 Minuten bei niedriger bis mittlerer Hitze einkochen lassen.
  • Ab und zu umrühren und kontrollieren: wenn das Picadillo zu trocken wird, Wasser hinzufügen (denkt von der Konsistenz an eine Bolognese, da wollt ihr hin).

Abschmecken, fertig!

Die Gewürze

Kreuzkümmel

Kreuzkümmel (Kumin, im Spanischen Cumino) ist das zentrale Gewürz der kubanischen Küche und verleiht ihr den „typisch kubanischen“ Geschmack. Der Kreuzkümmel ist nicht mit unserem Kümmel verwandt, kann also nicht durch ihn ersetzt werden. Aber heutzutage gibt es in fast jedem Supermarkt Kreuzkümmel zu kaufen. Kreuzkümmel hat einen ziemlich perversen Geruch, so nach ungewaschenen Männern in der U-Bahn, aber nicht daran stören, durch das Kochen ändert sich der Geruch 😉

Wie wir den Kreuzkümmel geruchssicher lagern – nachdem meine Frau neulich das Gewürzfach geöffnet und dann an mir gerochen hatte 🤣

Grüne Paprika

Die rote und die gelbe Paprika wird in Cuba kaum gegessen, stattdessen wird die grüne Paprika verwendet,  überwiegend zum Kochen – der Geschmack der gründen versus der roten und gelben unterscheidet sich ja auch massiv.

Pfeffer und Chili ins Picadillo?

Die Kubaner essen nicht scharf, also so ganz und gar nicht! Deshalb kommt ins Original-Picadillo auch überhaupt kein Pfeffer, geschweige denn Chili.

Also nur, wenn ihr es europäisch oder mexikanisch wollt, dann gebt ein bisschen Schärfe hinzu. Wir benutzen immer etwas Pfeffer. Chili wäre die mexikanische Variante, die auch benutzt wird, wenn das Picadillo als Taco-Füllung verwendet wird.

Der Reis

Dem kubanischen Reis am nächsten kommt der Basimati-Reis. Wir haben viel probiert und gute Erfahrungen mit dem einfachen Basmati-Reis von Edeka gemacht – in Cuba bekommt man ja auch keinen Edelreis. Gekocht wird der Reis im Reiskocher, mit Pflanzenöl, das dem Reis die Feuchtigkeit verleiht, einige Spritzer Zitronensaft und Salz ergänzen den Reis. Wer Lust hat, kann auch eine ganze Knoblauchzehe hinzufügen.
Das Ganze wird umgerührt und dann bis zum Ende kochen gelassen. Zwischendrin nachschauen ist verboten 😉

Fazit: Picadillo, mein kubanisches Lieblingsgericht

Picadillo ist ein wirklich leckeres Gericht, das sich einfach zubereiten lässt. Einzig die lange Kochzeit müsst ihr einkalkulieren. Selbst, wenn ihr nicht wirklich kochen könnt, ein Picadillo kriegt ihr hin, also ran an den Herd und ausprobiert!

Am besten schmeckt das Picadillo übrigens am Tag danach, wenn es richtig durchgezogen ist. Also gleich die doppelte Portion machen und dann 2 Tage essen – oder den Rest einfrieren.

Ich wünsche euch einen guten Appetit bzw. Buen Provecho, mit eurem Picadillo,
macht euch einen schönen kubanischen Tag!
Euer Dietmar

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