Carlos Acosta, einer der weltbesten Balletttänzer

Yuli will Breakdance tanzen, leider will sein Vater, dass er eine Ballettausbildung macht, denn er hat das absolute Talent zum Tanzen. Aber en la calle ist Ballettanzen nun mal nicht angesehen, also hat er überhaupt keine Lust, Balletttänzer zu werden. Er breakdanced mit seinen Kumpels, spielt Fußball und macht sonst auch, was Jungs eben so machen. Es hilft alles nichts, sein Vater zwingt ihn in die Ballettschule. Harte Jahre beginnen für Yuli und erst später, im Internat, freundet er sich langsam mit dem Tanzen an, um dann eine Karriere zu beginnen, die ihn – unter seinem Geburtsnamen Carlos Acosta – bis zum Royal Ballet of London führt und zum ersten schwarzen Romeo macht.

Verknüpfung der Lebensgeschichte mit dem Tanz

Der Film von Regisseurin Icíar Bollaín zeigt nicht nur die Entwicklung von Yuli vom Kind aus einem Havannaer Armenviertel zu einem der erfolgreichsten Balletttänzer der Welt, sondern verarbeitet diese Entwicklung gleich auch noch in starke, modern getanzte Choreographien. Dabei steht das Spannungsverhältnis von Vater und Sohn: der Vater sieht das Talent und weiß, dass es den Sohn aus der tristen Existenz herausführen kann, ihm Chancen gibt, die er als Schwarzer sonst so nie bekommen würde. Der Sohn muss mit den Konsequenzen leben: nicht akzeptiert von seinen Spielkumpels und als Schwuler beschimpft, einsam im Internat und am Ende getrennt von Familie und Heimat. Nicht umsonst tanzt Yuli am Anfang des Films eine Michael-Jackson-Choreographie.

Auf der anderen Seite sehen wir natürlich die Entwicklung eines Charakters mit unbedingtem Leistungswillen, der das Zeug zum Star hat und den Weg später auch bewusst weitergeht – nur nicht ganz genauso, wie der Vater es will, sondern mit seinem eigenen starken Willen.

Bezeichnend ist Carlos’ Antwort auf die Frage, ob sein Vater ihn geliebt hat: ja, aber auf seine eigene Weise und nach seinen eigenen Regeln.

Biographie oder nicht?

In einer der ersten Szenen sagt Acosta – der sich selbst in der Jetztzeit spielt – dass es vielleicht nicht genauso passiert es, aber es hätte so passieren können. Das ist im Endeffekt auch das Motto des Films. Es geht nicht darum, ob es sich hier um eine authentische Biographie handelt, sondern es ist ein mitreißender Film, der eine Geschichte erzählen, uns fesseln will. Wer lieber harte Fakten mag, der findet sie in der Wikipedia.

Ausverkauft!

In Berlin wird der Film in 6 Kinos gezeigt, gestern war er in den Hackeschen Höfen bis auf den letzten Platz ausverkauft. Ich denke, wir haben es hier mit einem neuen kubanischen Rekordfilm zu tun, der sich zum Kassenschlager entwickelt. Die erste Vorstellung, am Mittwoch im Neuen Off, war so voll, dass ich mit meinem Schwiegervater gar nicht mehr ins Kino reingekommen bin, war alles ausverkauft. Und auch Leute, die nichts mit Cuba zu tun haben, interessieren sich für den Film, da sie Carlos Acosta als Balletttänzer kennen. Ich bin gespannt, wie sich der Film an den Kassen entwickelt!

Yuli bekommt von mir glatt fünf Sterne

Yuli ist ein hervorragend gelungener Tanzfilm, eine Biografie und ein Einblick in unser geliebtes Cuba. Zu Anfang ist man etwas verloren, da es drei Ebenen im Film gibt: die Tanzszenen, die Erklärung der Tanzszenen und die Rückblicke, aber da findet man sich schnell ein.

Etwas schade ist, dass Carlos Acosta selbst nicht viel tanzt, er hat sich aber auch aus dem aktiven Tanzen zurückgezogen. Nur am Ende des Films zeigt er nochmal sein unglaubliches Talent.

Wenn ihr jetzt Blut geleckt habt und weitere kubanische Filme sehen wollt, hier meine Filmempfehlungen!

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