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Cubas Internet wird mobil – bis zu 4G

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Letztes Update: 22. Januar 2022

Neues Netz, neue Möglichkeiten – bald überall mobiles Internet in Cuba

Inhalt

Während wir in Deutschland gerade schauen, wie es mit den 5G-Lizenzen weitergeht – und ich täglich Internetprobleme mit meinem teuren Telekom-Anschluss habe – rennt Cuba in Riesenschritten ins Internetzeitalter.

Lange Zeit galt es: das Internet in Cuba ist das schlechteste der westlichen Welt. Wobei: so viel, wie sich dort tut, ist es das womöglich gar nicht mehr und bald schon wird Deutschland das Schlusslicht tragen?

Foto: Frau benutzt mobiles Internet in Bar

Hier ein paar Antworten zur aktuellen Entwicklung und auch zur wichtigen Frage, ob wir Touristen noch ohne permanentes Instagram mobiles Internet auskommen müssen und ab wann wir nicht mehr wie die Hühner auf der Stange vor den Hotels hocken werden, mit unserem Smartphone in der Hand!

Internet für Touristen

Kein kostenloses WLAN!

Was bei uns ja durchaus üblich ist: man geht in ein Café, manchmal sogar auf große Plätze fortschrittlicher Städte oder fährt mit dem ÖPNV und findet dort ein freies WLAN. Das gibt es in Cuba nicht, nirgendwo, Internet kostet hier immer Geld!

Die kubanische Form des Internetcafés

Comic: "Es scheint, dass hier das WLAN-Signal am stärksten ist"
“Scheint so, dass hier das WLAN-Signal am stärksten ist” (Quelle: Palante)

Wer in letzter Zeit in Kuba war, dem werden die Trauben von Menschen aufgefallen, die auf öffentlichen Plätzen mit ihren Smartphones und Tablets  rumsitzen und -stehen.

Das sind die öffentlichen Hotspots, an vielen Straßen und Plätzen wurden WLAN-Antennen angebracht, mit denen jeder ins Internet kann. Inzwischen gibt es auf der Insel über 700 Hotspots. Alles, was ihr braucht, um euch dort mit dem Internet zu verbinden, sind ein Smartphone und eine Internetkarte.

Die Internetkarten bekommt man direkt bei ETECSA oder an der Hotelrezeption, Touristen können leider keinen Account beantragen wie die Einheimischen. Aber mit der Karte können wir uns genauso in die WLANs rund um die Hotels und an den öffentlichen Hotspots einloggen. Für Hotels und die Hotspots gelten übrigens fast immer die gleichen Internetkarten.

Internetkarte heißt übrigens Tarjeta (“Tarrcheta”) de Internet, den Begriff Karte oder Card kennt man im Spanischen nicht!

Internetkarten kaufen

Foto: Internetkarte und SIM-Karten-Halter von ETECSA
Internetkarte und SIM-Karten-Halter von ETECSA

Die Internetkarten bekommt man in allen offiziellen ETECSA-Filialen. Das kann aber manchmal problematisch sein, z.B. müsst ihr in Havanna manchmal nur 1-3 Stunden anstehen, um die Internetkarten zu bekommen. Und dann sind sie öfters auch ausverkauft.

Dann könnt ihr die Karten auch in den Hotels kaufen, an der Rezeption. Wenn ihr im Hotel logiert, dann bekommt ihr sie immer. In vielen Hotels wurde in letzter Zeit aber stark darauf geachtet, dass Karten nur an die Hotelgäste verkauft werden. Außerdem sind die gleichen Karten in den Hotels viel teuer.

Karten gibt es in verschiedenen Größen (aber nicht immer alle): 30 Minuten, 1 Stunde, 5 Stunden. Die Stunde kostet auf jeder Karte einen Dollar.

Was kostet das Internet in Kuba?

Der Preise für eine Stunde Internet liegt nun bei 1 Dollar pro Stunde. In älteren Reiseführern werdet ihr noch andere Preise lesen, aber die Preise sind in den letzten Jahren massiv gefallen. Und in Hotels kann die Karte, wie gesagt, teurer sein.

Wenn ihr nicht bei der ETECSA anstehen wollt und im Hotel keine Karte bekommt, dann bleibt euch nur noch die Kartenmafia 😉

Die Kartenmafia

Comic: "Es tut mit leid, mein Herr, aber wir haben keine WLAN-Karten" "Komm schon, kauf deine WLAN-Karte hier!"
“Es tut mit leid, mein Herr, aber wir haben keine WLAN-Karten” “Komm schon, kauf deine WLAN-Karte hier!” (Quelle: Palante)

Die Internetkarten werden auch von einer Kartenmafia auf der Straße angeboten. Wenn euch also jemand anspricht mit „Internet“ oder „WiFi“, dann will er euch eine Internetkarte verkaufen. Mit einem leichten Aufschlag natürlich, üblicherweise 1 Dollar. Mag sich für alle lohnen, die sich nicht anstellen wollen, legal ist es natürlich nicht.

Einloggen ins Internet

Wenn man also vom Problem der Kartenbeschaffung absieht, bekommen wir als Tourist einfach Zugang zum Internet. Für das Einloggen müssen keine Anpassungen auf dem Smartphone oder Laptop vorgenommen werden.

Solange ihr auf Kuba seid, solltet ihr das WLAN immer ausstellen, wenn ihr auf Kuba nicht im Internet seid. Denn ihr habt ja eh keinen Empfang und es kostet nur Strom.

Wie geht das Einloggen:

  1. WLAN anstellen.
  2. Mit dem Netzwerk WIFI_ETECSA verbinden.
  3. Daraufhin öffnet sich die Nauta-Login-Seite.
  4. Usuario/Login und Clave/Password eingeben.
  5. Emails laden, ausloggen.
  6. Immer aktiv ausloggen: Dazu müsst ihr im Browser die 1.1.1.1 eingeben, das führt zur Logout-Maske. Sonst tickt die Uhr weiter und die Karte ist leer!

Wer Facebook machen will, der muss natürlich länger eingeloggt bleiben und mehr ausgeben…

Wann solltet ihr ins Internet gehen

Das kubanische Internet ist immer noch nicht wirklich schnell. Außerdem gehen immer mehr Leute gleichzeitig ins Internet. Deshalb ist das Internet am schnellsten, wenn ihr euch morgens oder vormittags einloggt. Ab 15 oder 16 Uhr geht die Geschwindigkeit deutlich zurück bis zur Überlastung der WLAN-Knoten, so dass ihr euch nicht mehr einloggen könnt.

Bekannte Probleme

Starkregen & Serverausfall

Wenn es doll regnet, dann kann es übrigens auch sein, dass das Internet nicht geht, dann sind die Server aus Angst vor einem Wasserschaden ausgestellt.

Manchmal gibt es auch andere Gründe, warum die Server ausgefallen sind, d.h. wenn ihr dringende Emails losschicken müsst, dann tut das so schnell wie möglich. Ihr könnt euch nicht darauf verlassen, dass das Internet immer online ist. Manchmal ist es nur der eine WLAN-Hotspot, dann müsst ihr zu einem anderen Hotel oder Hotspot, aber manchmal ist auch die gesamte Infrastruktur ausgefallen.

Kartenengpässe

Gab es bis bisher fast nur die Plastik-Rubbelkarten aus China, auf denen man den Login-Code freirubbeln musste, kamen 2016 auch Papierkarten auf. Ich gehe mal davon aus, dass diese in Kuba hergestellt werden bzw. viel leichter importiert werden können. Allerdings scheint es trotzdem oft noch Kartenengpässe zu geben – manchmal gab es nämlich Internet, aber in der ganzen Stadt keine Karten mehr 😀

Problem Samsung-Phones

Viele Leute mit neueren Samsung-Geräten haben Probleme, sich mit dem mobilen Internet in Kuba zu verbinden. Wahrscheinlich liegt es an den Broadcom-Chips in diesen Telefonen, die aufgrund des Embargos in Kuba nicht arbeiten – so sagt es zumindest Samsung.

Solltet ihr also ein neues Samsung besitzen bzw. eins mit Broadcom-Chip, dann am besten ein altes Zweithandy mitnehmen, für alle Fälle.

Guthaben weg

Foto: Sitzende Kubaner beim Surfen auf dem Umlauf des Habana Libre
Kubaner beim Surfen auf dem Umlauf des Habana Libre

Manchmal gibt es Probleme dem Guthaben auf den Karten. Bei mir war das Guthaben auf einmal verschwunden – ich hatte gerade eine 5-Stunden-Karte angefangen – und war mir sicher, die Karte wäre gehackt worden. Recherchen bei befreundeten kubanischen IT-Spezialisten führten zu nichts, d.h. üblicherweise sind die Karten sicher. Und siehe da, das Guthaben erschien später wieder. Also: wenn euch das auch passiert, Karte nicht wegschmeißen und später wieder nachschauen!

Skype, WhatsApp und das Nach-Hause-Telefonieren

Zuerst einmal: um nach Hause zu telefonieren und sich dabei nicht von Telekom und Co. in den Ruin treiben zu lassen, sind ein paar kurze Vorbereitungen nötig. Skype soll inzwischen funktionieren, die Kubaner benutzen aber stattdessen Imo (Anm.: Imo ist inzwischen gesperrt von Cuba aus). Am einfachsten ist es für die meisten, wenn ihr WhatsApp benutzt, das haben eure Freunde und Verwandten bestimmt schon installiert!

Könnt ihr als Touristen mit eurem Vertrag ins Internet? Grundsätzlich ja…

Telekom

Nach einem Einwurf von Christian bin ich noch am Recherchieren, aber es scheint, dass die Preise für mobiles Internet in Cuba mit deutschen Providern inzwischen deutlich gesunken sind.

>> So, gerade ein Update von Telekom Hilft bekommen:

Twitterantwort von Telekom-Hilft

Will heißen: das mobile Internet ist sogar für Touristen, die es mal nutzen wollen, einigermaßen erschwinglich – solange ihr euch einen DayPass (Telekom) oder ähnliche Angebote holt. Spontan nutzen ist immer noch teurer, also dran denken: zuerst das Internetpaket kaufen!

Wie heißt es so schön? Grundsätzlich könnt ihr das mobile Internet benutzen! Das Problem ist allerdings, dass es unheimlich teuer ist. Die Telekom beispielsweise nimmt 0,49 Euro pro Tag und 0,79 Euro pro 50 KByte. Nur mal als Orientierung: nehmen wir mal den Fall, wir wollen dieses schöne Bildes nach Instagram übertragen. Das Bild ist 280 KB groß.

Foto eines Sessels, den wir per mobilem Internet an Instagram übertragen wollen
280 KB-Bild nach Instagram übertragen. Hier ist übrigens unser Insta-Channel: Cubanews.de

Die Übertragung von 280 KB (also ohne die Instagram-App überhaupt zu laden!) würde euch 5 Euro 23 Cent kosten. Plus kosten für den Overhead, die noch gar nicht eingerechnet sind.

Vodafone, im Vergleich, schlägt mit 1,18 Euro pro 50 KB zu Buche, so dass ihr für die reine Foto-Übertragung, bei schlappen 7,08 Euro seid – da macht Instagram Spaß 😀

Unsere Antwort lautet also: können wir als Touristen in Cuba ins mobile Internet? Grundsätzlich ja, aber das kostet ein Schweinegeld!!!

Deshalb gilt für uns Touristen weiterhin: Hotspots suchen und von dort ins WLAN gehen, eine Anleitung findet ihr hier!

Vodafone

So, eine kleine Recherche zum Thema Vodafone führt zum Ergebnis, dass man sich mit dem Vodafone-Mobiltarif weiterhin in den Ruin surft. Ein Reisepaket Data für die Ländergruppe 3 schlägt für 10 MByte mit 29,99 Euro zu buche, das ist 50 mal teurer als bei der Telekom…
Damit könnt ihr etwa 40 Bilder nach Instagram übertragen –  pro Bild knapp einen Euro – da will wohl jemand mit Touristen Geld machen!!!

Fonic

Stellvertretend für Billiganbieter habe ich mal geschaut, was das mobile Internet in Cuba bei Fonic kostet (da habe ich einen Vertrag) und das ist dann noch mal eine ganz andere Dimension, da liegt ihr bei 1,20 Euro für 100 KByte – und somit bei 3,60 Euro für das Instagrambild.

Lidl-Connect

Ist ja in Deutschland auch noch verbreitet, gehört zu Vodafone und ist trotzdem noch leicht billiger als das original Vodafone. Ok, hilft auch nicht, denn ihr müsst immer noch tief in die Tasche greifen, Internet in der “Welt 2“-Option kostet 0,99€ pro 50 kB, d.h. unser Beispielbild schlägt mit knapp 6 Euro zu Buche, da macht Instagram keinen Spaß!!!

O2 – der dritte große Anbieter

Nicht unterschlagen möchte ich euch natürlich O2! Die Telefonica-Tochter schlägt mit sage und schreibe 4,99€ pro 50 kB am heftigsten zu. Unser Beispielbild läge damit bei 30,- Euro, ausgeschrieben dreißig Euro!!! Da lohnt es sich dann, doch mal während des Urlaubs aufs Internet zu verzichten 😉

Eigene SIM-Karte für Touristen

Cubacel Tur

SIM-Karte für Touristen

Für die meisten genau das richtige ist Cubacel Tur, eine temporäre SIM-Karte zum Surfen im kubanischen Internet. Die Karte kann im Terminal 3 am Flughafen bei CubaTur gekauft werden oder in allen ETECSA-Filialen. Der Schalter befindet sich übrigens vor der Einreisekontrolle, unscheinbar mit Cubatur gekennzeichnet (danke an Jakob für diesen Tipp!).

Was ihr für $25 bekommt.

  • 1 GByte Internet
  • 20 Minuten telefonieren (national und international)
  • 20 SMS (national und international)

Die temporäre SIM-Karte ist 30 Tage lang gültig, was für die meisten Touristen genug sein dürfte. Eine Anleitung zum Aktivieren findet ihr hier bei Cubacel.

Zusätzliches Datenvolumen könnt ihr auch kaufen:

  • $7 für 600 MB
  • $10 für 1 GB
  • $20 für 2.5 GB
  • $30 für 4 GB.

SIM-Karte aktivieren

Das Aktivieren der SIM Karte und des Starterpakets funktionierte binnen weniger Minuten (sagt Jakob 😉 ). Eine Anleitung gibt es in spanisch und englisch.

Saldo anzeigen lassen

Mit Anruf an *223*887# kann man sich den Restsaldo von Internet, Telefon und SMS jederzeit anzeigen lassen. Damit wisst ihr also immer, wann ihr nachladen müsst (nochmal: lieben Dank an Jakob für diese Tipps).

Eigene Telefonnummer

Marcel und Lutz haben kommentiert, dass es eigene Telefonnummern inzwischen auch zu fairen Bedingungen für Touristen gibt. Wenn ihr also viel Internet machen wollt oder müsst, seid ihr mit 30 Dollar dabei und bekommt eine eigene kubanische Telefonnummer. 10 Dollar sind dabei Guthaben. Die restliche Aufladung kostet euch genausoviel wie es die Kubaner kostet (s.o.).

Kaufen könnt ihr die Karte im Etecsa-Shop (evtl. braucht ihr Hilfe von Spanischsprachigen). Aufladen könnt ihr über das Internet, z.B. bei Fonoma.

Was ihr mitbringen müsst: euren Reisepass.

Man will schon wissen, wer sich da eine SIM-Karte holt, also Reisepass nicht vergessen, der wird kopiert, registriert etc., bevor ihr die Karte bekommt.

Zuschneiden der SIM-Karten nötig?

Die SIM-Karten sind in der klassischen Größe, werden euch entweder bei Etecsa oder in jedem Handyshop zurechtgeschnitten. Wie Lutz unten anmerkt, kann das Zurechtschneiden auch schief gehen, dann muss man eine Ersatzkarte für 3 Dollar bezahlen – also alles im Rahmen.

Ist eine kubanische SIM-Karte sinnvoll?

Ob es sinnvoll ist, eine eigene kubanische SIM-Karte zu kaufen, müsst ihr natürlich abwägen. Wenn ihr nicht so dringend auf das Internet angewiesen seid, dann reichen euch wahrscheinlich auch die Hotel- und Straßen-Hotspots. Mal die Mails checken und kurz Facebook machen ist dort definitiv ok.

Was ihr auch berücksichtigen müsst: neben dem riesigen Aufwand (s. nächster Absatz) kann es schon mal 4 Tage dauern, bis euer Internet dann auch wirklich freigeschaltet ist!

Pakete aktivieren

Emilio hat uns einen Link zu einem Video geschickt, in dem genau erklärt wird, wie das mit dem Aufladen der Pakete geht (Details ab Minute 4:41) – das Video ist in Englisch:

In der Kurzzusammenfassung, man mit *133# und diesen Menüpunkten ein Paket aktivieren:

1-Datos,
3-Paquetes,
X-deinPaket

Und hier noch sein App-Tipp! Mit dieser App könnt ihr den Datenverbrauch abfragen (Android/Spanisch): UtilEs

Etecsa-Shops

Nun bekommen wir alles was unser Internet-Herz begehrt, im Etecsa-Shop, dem Shop der cubanischen Telefongesellschaft, also quasi der Telekom-Shop. Leider hat aber alles seinen Preis, nicht im Sinne von Kosten, aber im Sinne von Anstehen: eine bis zwei Stunden könnt ihr zuminest in Havanna schon mal einplanen, bevor ihr an einen Schalter kommt – kann auch weniger sein, aber manchmal eben auch mehr. Dann wird euer Reisepass gecheckt, Formulare ausgefüllt, alles kopiert und insgesamt recht aufwändig die Bürokratie gefüttert, ein riesiger Aufwand!

Deswegen kaufen viele Touristen ihre Internetkarten auch auf der Straße, da sind sie zwar doppelt so teuer und man kann nicht reklamieren, aber dafür sparen sie sich wertvolle Urlaubszeit.

App-Store und Playstore vom Embargo betroffen!

Wenn ihr allerdings Apps in Cuba nachladen wollt, dann macht euch Herr Trump – und Herr Biden – einen Strich durch die Rechnung: mit meinen Telefonen konnte ich weder den Apple App-Store noch den Google Playstore öffnen. Ich habe mich dann bei Google mit dem FDroid Appstore beholfen, den ich glücklicherweise noch auf dem Handy habe, der ging.

Sonst hilft es: wenn ihr eine App dringend benötigt, findet ihr oft das Downloadfile auf der Seite des Herstellers zum Direktdownload.

Mehr Internet-Hotspots

Comic: "Opa, zum Glück haben sie keine WLAN-Zone am Malecón aufgemacht, so dass man hier noch Sitzplätze findet!"
“Opa, zum Glück haben sie keine WLAN-Zone am Malecón aufgemacht, so dass man hier noch Sitzplätze findet!”

Auch an der Front tut sich was: es werden kontinuierlich mehr WLAN-Hotspots im ganzen Land eröffnet, so dass die einzelnen Hotspots nicht mehr so überlastet sind. Aktuell gibt es zwischen 800 und 900 und es werden ständig mehr. Das ist klar, denn mit dem Ausbau der DSL-Infrastruktur ergeben sich auch mehr Möglichkeiten, Hotspots einzurichten.

Kleine Anmerkung am Rande: es gibt inzwischen um die Hotspots eine regelrechte Infrastruktur, Getränkeverkauf, gerüchteweise sogar Toiletten 😉

Hier findet ihr eine Übersicht über alle Hotspots auf der Webseite von ETECSA.

Die Qualität des mobilen Internets

Wie zu erwarten, ist aller Anfang schwer: alles muss erstmal austariert werden, viele Leute versuchen gleichzeitig, aufs Internet zuzugreifen etc. Aber grundsätzlich kann man sagen: die Qualität ist passabel. Meine Frau beispielsweise telefoniert immer über IMO oder WhatsApp mit meinem Vater, das klappt nun auch aus seiner Wohnung in Havanna-Vedado heraus sehr gut. Für eine professionelle Nutzung reicht die Geschwindigkeit allerdings noch nicht, ich musste schon recht lange auf meine Emails warten, Seiten laden auch etwas langsam. Für eine touristische Nutzung – und die sollte man ja im Urlaub eigentlich nur machen – ist es allerdings genug: wir konnten Instagram-Stories posten, Facebook-Posts gingen auch.

Etwas weiter vom Zentrum, ja von Havanna entfernt, soll die Qualität allerdings nicht so toll sein, aber auch nicht in Centro Habana beispielsweise.

In den Cayos (Cayo Santa Maria) war das Internet überraschend schnell, ich gehe mal davon aus, die meisten Touristen dort haben kein Internet gemacht.

Grundsätzlich scheint es so zu sein, dass das mobile Internet schneller ist als die WLAN-Zugangspunkte, zumindest dann, wenn viele Leute gleichzeitig vor Ort sind und Internet machen.

Lebensretter-Tipps für das kubanische Internet

  • Nicht auf das Internet verlassen! Manchmal gibt es kein Internet. Wenn ihr ein Bewerbungsgespräch habt oder etwas anderes wichtiges, auf jeden Fall bis nach dem Urlaub verschieben! Und die lieben Verwandten informieren, dass ihr nicht oder nicht sofort nach der Landung anruft.
  • Im Vorhinein recherchieren! Alles, was ihr im Vorhinein schon wisst, dass ihr es braucht – TripAdvisor Restaurantliste oder Sehenswürdigkeiten beispielsweise – von zu Hause recherchieren und ausgedruckt oder offline mitnehmen.
  • WLAN-Hotspots im Vorhinein recherchieren! In Havanna kein Problem, aber in der Provinz schon schwieriger: wo sind die WLAN-Zugangspunkte? Äußeres Erkennungszeichen: dort sitzen viele Leute und schauen auf ihr Smartphone.
  • Emails offline lesen! Sinnvolles Prozedere: Emails runterladen, Verbindung zum WLAN kappen, lesen, antworten, in den Postausgang, wieder verbinden und senden. Spart massiv Geld.
  • Fotos und Videos offline editieren! Schaut euch an, ob eure Apps auch offline funktionieren, dann spart ihr Geld beim Editieren.
  • Nicht vergessen, sich auszuloggen! Klassischer Fehler: immer die Verbindung kappen, sonst zählt die Karte euer Guthaben u.U. bis zum Ende runter.
  • Batterie schonen! Urlaub ist nicht zu Hause, d.h. schaut, dass das Telefon immer schön geladen ist, sonst wird es nix mit den Fotos! Passende Stecker sind essentiell, Power Banks auch.
  • Ausrüstung schonen! Was kaputt ist, kann in Cuba nicht unbedingt ersetzt werden. Kein Mediamarkt oder Amazon hat neue Geräte oder Ersatzteile!
  • Die Locals um Hilfe fragen! Ohne Google müssen wir wieder mit Menschen reden und fragen, wo es langgeht – sowohl, wenn ihr zu Sehenswürdigkeiten wollt als auch, wenn ihr Probleme habt z.B. mit dem Smartphone.

Berichtet mir doch eure Erfahrungen, ich update den Artikel dann!

Foto: viele Menschen am Hotspot an der Rampa
Hotspot an der Rampa

Die Situation der Kubaner: Mobiles Internet seit Nikolaus 2018

Seit dem 6. Dezember 2018 gibt es in Cuba großflächig mobiles Internet für jeden in Cuba. Natürlich nicht für jeden aber für jeden, der es sich leisten kann. Zuerst wurde das Internet in den Ballungsräumen ausgerollt, Ziel ist es aber, die gesamte Insel zu versorgen.

Die Dichte der Sendemasten variiert und konzentriert sich aktuell auf die Ballungszentren bzw. Touristengebiete. Momentan erreicht die Abdeckung Cubas etwa 85%, LTE wurde sogar auch schon in Havanna und Varadero gesichtet.

Die Preise für das Internet

Die Preise sind moderat und entsprechen ungefähr denen, die wir hier für Prepaid-Internet zahlen, 1 Gigabyte kostet demnach 10 Dollar. Im Vergleich zum (offiziellen) Durchschnittslohn von ca. 30-40 Dollar ist das natürlich viel, was die Leute inoffiziell verdienen steht dabei natürlich auf einem anderen Blatt. Preissenkungen für die Mobilpakete sind übrigens bis Ende des Jahres geplant.

Und inzwischen dürfte es deshalb auch schon über 6 Millionen Cubaneros geben, die mobiles Internet haben.

Havanna und Varadero 4G-Testgebiete

Foto: jemand, der mit dem Smartphone ein Foto vom Meer machtCuba überspringt dabei die alten Technologien und fängt gleich mit modernen Sendemasten und Übertragungstechnologien an. Die existierenden Sendemasten sind vom 3G-Standard, jetzt werden bereits die 4G-Netze ausgerollt, 4G entspricht etwa LTE (wer es genau wissen will, was die Unterschiede zwischen 4G und LTE sind, findet hier Hilfe)

Alle anderen Regionen bleiben erstmal 3G, also das, was ich fast überall in Berlin auch habe 😀

Warum Havanna und Varadero

52 Prozent des Datenverkehrs werden von lediglich 7 Prozent der Nutzer verursacht und das vor allem in den Ballungszentren. Die neue Infrastruktur mit 4G soll vor allem dort Abhilfe schaffen, da es durch die starke Nutzung zu Leistungseinbußen kommt.

Weitere Änderungen in der Internetpolitik

Was bedeutet das für die Kubaner

Tja, ein Dollar ist für Kubaner immer noch ein hoher Preis. Wer keine Verwandten im Ausland hat, mit Touristen arbeitet oder selbstständig ist, wird sich das Internet weiterhin nicht leisten können. Nichts desto trotz: eine Reduzierung von 1,50 auf 1 Dollar ist doch schon deutlich und überrascht mich angesichts der aktuellen Wirtschaftsprobleme.

Hotels ans Netz

Viele Hotels haben schon heute Internet, bis 2019 sollen aber nun alle Hotels mit WLAN ausgestattet sein. Das macht es für uns Touristen natürlich angenehmer und einfacher – obwohl ihr im Urlaub auch mal auf Internet verzichten könntet 😉

Privathaushalte ans Netz

Aber es gibt auch noch andere Änderungen für die Kubaner. Zuerst einmal werden Privathaushalte mit DSL ans Internet angeschlossen. Bekamen bisher nur Ausländer und Angehörige bestimmter Institutionen (z.B. der Uni) einen Mailzugang oder Internetanschluss von zu Hause, werden nun aktuell ca. 50.000 Privatanschlüsse freigeschaltet, die ersten sind schon am Netz. Billig ist das neue Internet nicht, aber immerhin, ein Anfang ist gemacht, so dass die Kubaner in der Normalität des 21. Jahrhunderts ankommen.

Mobiler Internet-Zugang

Auch beim mobilen Zugang tut sich was, inzwischen gibt es mobiles Internet. Zwar nicht schnell, aber doch konstant – wie die Witze bestätigen, die ich von meinen Verwandten immer wieder über WhatsApp gesendet bekomme 😀 Bis wir Touristen das mobile Internet nutzen können, vergeht aber noch Zeit.

Aktuell gibt es bereits flächendeckend in Havanna 3G-Abdeckung, der Rest des Landes ist zu 50 Prozent abgedeckt. Damit kann man aktuell als Cubaner mobil Emails checken. Der Ausbau auf 4G wird schon im Norden Havannas und in Varadero getestet, da passiert dann 2019 mehr, vor allem auf Zentren des Tourismus, Havanna und die Provinzhauptstädte wird der Fokus gelegt.

Abrechnung für die Kubaner

Die Kubaner müssen keine Internetkarten mehr kaufen, seit einiger Zeit können sie ein Konto bei Nauta beantragen und die Abrechnung erfolgt dann über ebenjenes Konto. Das Geld wird in den ETECSA-Filialen aufgebucht oder im Internet – so schaltet man natürlich sehr schön den Schwarzmarkt für Karten aus und erspart den Leuten lange Warteschlangen. Weiter so!

Der aktuelle Stand der Internetdurchdringung

Die Granma berichtete im Oktober über den aktuellen Stand der Internetdurchdringung. Damit haben hat mehr als die Hälfte der Kubaner zumindest gelegentlich Zugang zum Internet. Es tut sich also was und bald können wir ohne Hindernisse unsere Urlaubsbilder auf Instagram hochladen 😉

Die Zahlen (Stand August 2018) inkl. Übersetzung aus dem Google-Deutsch und Kommentaren:

  • Mehr als 5,9 Millionen Nutzer mit Internetzugang (wie auch immer das ermittelt wurde, denn es geht ja über die Nutzung per Internetkarte).
  • Mehr als 1.827.000 Nauta-Konten (also nicht über Internetkarte, sondern über eigenen Login).
  • Mehr als 2.838.000 öffentliche Nauta Postdienste (was immer die Granma damit auch meint, vielleicht Emails???).
  • 51.728 Nauta Heim Dienstleistungen im Land (also Internetanschluss zu Hause).
  • 32.143 Datenverbindungen für die Konnektivität der Entitäten (klingt nach Science Fiction, ich kann euch nicht sagen, was das heißt).
  • 710 neue 3G-Standorte wurden eingerichtet, die 65,8 % der Bevölkerung abdecken (also 65,8% der Bevölkerung können nun mindestens mit 3G mobil surfen).
  • 755 öffentliche WIFI-Standorte von ETECSA
  • 211 Navigationsräume (von dort könnt ihr Raumschiffe steuern… Spaß beiseite, das sind Internetcafés der ETECSA)
  • 936 aktive Geldautomaten in 68 Gemeinden (ja, auch die benötigen Internet. 2012 war in Viñales übrigens noch kein Geldautomat – und wir natürlich ohne Bargeld 😉 )
  • 4 Multifunktions-Automaten für Devisenwechsel (die Idee ist gut, aber 4 Stück? Wo sind die denn?)
  • 7 Automaten mit der Möglichkeit der Einzahlung (huihuihui… 7 Stück!)

Berichtet mir doch eure Erfahrungen, ich update den Artikel dann!

Videos mit Googles Hilfe

Google hat ja schon länger mit Cuba zusammengearbeitet (fragt mich nicht, wie die das mit dem Embargo hinkriegen, aber die wissen ja ganz genau, wie man Steuern vermeidet. Da wissen sie sicher auch, wie man Embargos vermeidet…) und nun wird diese Zusammenarbeit ausgebaut. Grundsätzlich geht es um schnelleres Internet für die Kubaner, bei dem Google an mehreren Stellen hilfreich sein, kann, z.B. durch die schnellere Bereitstellung von Videos.

Neue Apps folgen auf dem Fuße

Screenshot: Sube, einer der ersten mobilen Apps für Cubas Transportsystem
Quelle: Cubaheute.de

Neue Möglichkeiten schaffen auch Chancen für neue Ideen. So berichtete Cubaheute neulich über die neuen Apps, die das mobile Internet nutzen. Alle diese Apps haben sich auf die Fahnen geschrieben, besonders schonend mit dem Internettraffic umzugehen, um die Nutzer nicht mit zusätzlichen Kosten zu belasten:

  • Habana Trans – der Busplan online: Überblick über die Buslinien und die Routen der Sammeltaxis: durch die vielen Änderungen und auch fehlenden Aushänge weiß kaum einer – selbst die Kubaner nicht – wo es inzwischen lang geht. Die App Habana Trans will dort Abhilfe schaffen.
  • Bajanda – Uber auf kubanisch: Mitfahrgelegenheiten per App finden, das verspricht Bajanda, eine Art Uber auf kubanisch. Das Angebot an Fahrern soll schon so gut sein, dass man in Havanna schnell von Ort zu Ort kommt.
  • Sube – Uber mit Fahrpreisauktion: im Gegensatz zu Bajanda bietet der Fahrgast einen Preis und, wenn es passt, findet er auch einen Fahrer. Gegen Missbrauch erfolgt die Überprüfung, ob es der richtige Fahrer ist, über das Scannen eines QR-Codes.

Dann habe ich noch eine andere App gefunden, CubaMessenger, die eine Alternative zum WhatsApp Chat oder dem Facebook Messenger ist. Über DondeHay hatte ich ja auch schon berichtet, der App zum Auffinden von Produkten in Läden.

Mobiles Bezahlen in Cuba

Während hier die Kreditkarte immer noch schief angeschaut wird, bereitet sich Cuba auf die Bezahlung per Mobiltelefon vor. Durch die fast flächendeckende Abdeckung des Landes durchaus eine Option. Man wird zwar nicht gleich so weit gehen wie in China – dort ist Bargeld fast schon ausgestorben – aber Präsident Diaz-Canel hat die Digitalisierung des Landes zur Chefsache erklärt.

Mobiles Bezahlen hat für Cuba tatsächlich einige große Vorteile:

  • Das Bargeld ist nicht wirklich fälschungssicher.
  • Es ist nicht immer genug Bargeld vorhanden, manchmal sind sogar die Bankautomaten leer.
  • Digitales Geld lässt sich leichter verfolgen, so dass die Korruption und Steuerhinterziehung eingeschränkt werden kann.
  • Geld aus dem Ausland wird aktuell überwiegend als Handyguthaben aufgebucht und kann kaum zum Bezahlen genutzt werden.

Bargeldlos bezahlen mit EnZona

Die App EnZona, die für das bargeldlose Bezahlen genutzt wird, ist seit Juli auch schon aus dem Betatest heraus und gut gestartet mit 2.000 Usern in den ersten Wochen und 11.000 Transaktionen. Weitere Apps stehen schon in den Startlöchern.

Blockierte Seiten in Cuba

Vielleicht auch noch interessant: die meisten Seiten sind frei erreichbar, aber es gibt natürlich auch einige, die blockiert sind (41, um genau zu sein). Hier mal eine Grafik, welche Formen von Seiten blockiert sind:

Fazit: mobiles Internet kommt auch in Cuba an, sogar für Touristen

Nun ist es so weit, dass wir direkt aus Habana Vieja unsere Instagram-Fotos hochladen oder unseren Facebook-Status updaten können. Vielleicht nicht ganz so einfach und so schnell wie in Deutschland, aber wer in Deutschland eine SIM-Karte kauft, der hat auch Spaß. Einfach ist anders…

Das heißt für uns: lasst das Handy im Hotel oder der Casa, konzentriert euch auf die Schönheiten Cubas und lasst euch durch die Technik nicht ablenken, Cuba ist kein digital detox mehr!

Und für alle Kuba-Romantiker:
Aber die Frage ist doch: muss denn Internet im Urlaub sein? Für die Kubaner war es ja schon ärgerlich, dass internetmäßig nix ging und da verstehe ich auch die Freude, endlich Facebook zu haben. Aber für uns als Touristen ist doch die große Frage: wollen wir ein paar schöne Wochen auf Cuba genießen oder lieber auf Teufel komm raus rumsurfen? Können wir die Bilder nicht nach dem Urlaub auf Facebook raufladen?! Naja, als alter Sack verstehe sowas dann eben nicht mehr… 😉

Habt Spaß in Kuba, mit oder ohne Smartphone,
Saludos,
Euer Dietmar

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